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Stärkung des Online-Geschäfts:Axel Springer übernimmt N24

ARCHIV: Axel Springer verkauft Regionalzeitungen, Programm- und Frauenzeitschriften an die Funke Mediengruppe

Die Zentrale des Axel-Springer-Verlags in Berlin: Der Konzern forciert seine Umwandlung zum Online-Medien-Unternehmen.

(Foto: Sean Gallup/Getty)

Weg vom reinen Zeitungsgeschäft, hin zum Online-Medien-Unternehmen: Der Axel-Springer-Verlag kauft den Nachrichtensender N24, den er mit der "Welt"-Gruppe zusammenlegen will. N24 solle der zentrale Lieferant von Video- und Fernsehbildern für alle Marken des Verlages werden.

Der Axel-Springer-Verlag macht bei seiner Umwandlung zum Online-Medien-Konzern den nächsten Schritt und kauft den Nachrichtensender N24.

Das Unternehmen solle mit der Welt-Gruppe zusammengeführt werden, teilte Springer mit. Die neue gemeinsame Redaktion produziere künftig die journalistischen Inhalte beider Marken für alle digitalen Kanäle sowie für die Printprodukte der Welt-Gruppe.

Die TV- und Programmredaktion für N24 sei für alle TV-Formate und Bewegtbilder zuständig. Damit entstehe eine der größten multimedialen Redaktionen in Deutschland, heißt es. Die N24-Gruppe beschäftigt knapp 300 Mitarbeiter. Die der Übernahme sei nicht als Kosten- oder Personalsparmaßnahme gedacht, betonten Sprecher beider Unternehmen.

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion muss noch von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden. 2005 war Springer bei der Übernahme von ProSiebenSat.1 am Veto der Aufsichtsbehörden gescheitert. Springer wie auch N24 rechnen diesmal allerdings nicht damit, dass das Kartellamt und die Kommission für die Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) "nein" sagen. Die Springer-Aktie lag am Mittag 1,8 Prozent im Plus.

Der Spiegel hatte bereits am Wochenende gemeldet, dass der ehemalige Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust neuer Herausgeber der Welt wird. Aust ist seit Sommer 2010 Miteigentümer von N24. Damals hatte die Sendergruppe ProSiebenSat1 den Nachrichtensender an mehrere bisherige N24-Manager und Aust verkauft. N24 belieferte die Sender Sat1, Pro Sieben und Kabel Eins aber weiterhin mit Nachrichten.

Im Juli war zudem bekannt geworden, dass Springer seine Regionalzeitungen und etliche Zeitschriftentitel an die Funke-Gruppe verkaufen will. Vor wenigen Tagen hatte das Bundeskartellamt den Verkauf des Hamburger Abendblatts, der Berliner Morgenpost und einiger Zeitschriften an die Funke-Gruppe genehmigt. Über den Rest des Deals, durch den der Springer-Verlag Geld für seine Online-Aktivitäten erlösen will, wird 2014 entschieden.

© SZ.de/AFP/Reuters/cag/pak

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