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Spielwaren - Nürnberg:Spielzeug-Produktion soll fairer und nachhaltiger werden

Bayern
Ein Spielzeug vor zwei Geschwistern. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Illustration (Foto: dpa)

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Nürnberg (dpa) - Bei der Produktion von Spielzeug geht es oft alles andere als fair und nachhaltig zu. Damit sich das ändert, hat sich am Dienstag in Nürnberg die Fair Toys Organisation gegründet. Daran beteiligt sind die Spielwarenbranche und Initiativen, die sich seit langem für Arbeits- und Menschenrechte sowie den Umweltschutz einsetzen. Die Organisation will die sozialen und ökologischen Standards in der gesamten Lieferkette verbessern und deren Einhaltung kontrollieren. Dafür will die Organisation künftig ein Siegel vergeben, das jährlich überprüft wird.

Das meiste Spielzeug stamme heute aus Schwellen- und Entwicklungsländern wie China und Vietnam, sagte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Norbert Barthle, in einer Video-Botschaft. Die Produktion schaffe Arbeitsplätze, führe aber auch zur Ausbeutung von Menschen und Natur. Ein Siegel sorge daher für mehr Transparenz beim Einkauf.

Barthle kündigte an, dass das Ministerium ein Lieferkettengesetz vorbereite. Dieses soll deutsche Unternehmen verpflichten, Menschenrechts- und Sozialstandards in ihren Lieferketten einzuhalten. "In Deutschland setzen wir auf verbindliche Rahmenbedingen. Sollten die freiwilligen Ansätze zur Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht nicht ausreichen, wird die Bundesregierung laut Koalitionsvertrag gesetzlich tätig werden." Er gehe davon aus, dass das Ministerium ein solches Gesetz bis Ende des Jahres vorgelegen können werde.

Die bestehenden Siegel für Spielwaren haben nach Angaben der Fair Toys Organisation den Nachteil, dass diese von der Industrie gegründet und deshalb wenig glaubwürdig seien. Diese setzten dabei vor allem auf punktuelle Überprüfung, sagte Jürgen Bergmann vom Vorstand der neuen Organisation. "Wenn man nur ein Glied der Lieferkette einmal im Jahr in den Blick nimmt, wird man das Problem nicht lösen." Die Fair Toys Organisation will deshalb die gesamte Lieferkette und das komplette Sortiment eines Spielzeugherstellers anschauen.

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