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Schifffahrt - Hamburg:Bericht: Unfall mit Kanal-Schwebefähre durch Nachlässigkeit

Hamburg (dpa/lno) - Nachlässigkeit sowohl beim Führer der Rendsburger Schwebefähre als auch auf der Brücke des Frachters "Evert Prahm" haben im Januar 2016 zu dem schweren Unglück auf dem Nordostseekanal geführt. Zu diesem Ergebnis kommt der am Mittwoch veröffentlichte Untersuchungsbericht der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU). Der Fährführer habe vor dem Start die Verkehrssituation auf dem Kanal nicht gründlich genug überprüft, heißt es in dem Bericht. Allerdings habe die "Evert Prahm" auch kein Notsignal gegeben, auf das der Fährführer noch mit einem Notstopp hätte reagieren können. Bei der Kollision der Schwebefähre mit dem Frachtschiff waren zwei Menschen verletzt worden, einer davon schwer.

Die historische Schwebefähre wurde bei dem Unfall so schwer beschädigt, dass sie demontiert werden müsste. Sie soll durch einen Neubau ersetzt werden, der nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau voraussichtlich Mitte 2020 in Betrieb genommen werden soll.

Für den Neubau empfiehlt die BSU die Installation eines Gerätes, das bei Abstandsunterschreitungen Alarm auslöst. Außerdem sollte die Sicherheit durch Scheibenwischer, beheizbare Scheiben und einen möglichst geringen "toten Winkel" verbessert werden. Bei dem Unfall am frühen Morgen des 8. Januar 2016 herrschte nach Erkenntnissen des BSU schlechte Sicht durch Eis und Schnee. Der Fährführer hatte unter anderen ausgesagt, den herannahenden Frachter nicht gesehen zu haben.

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