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Rüstung:Thyssen-Krupp entgeht milliardenschwerer U-Boot-Auftrag

French industrial group DCNS wins contract to build Australia's s

Ein U-Boot des französischen Rüstungskonzerns DCNS: Der Auftrag hätte für Thyssen-Krupp einer der größten der Unternehmensgeschichte werden können.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Konzern wollte Australiens neue U-Boot-Flotte bauen. Den Zuschlag bekommen jedoch andere.

Es wäre einer der größten Aufträge der Unternehmensgeschichte gewesen: Thyssen-Krupp entgeht der Auftrag zum Bau von zwölf U-Booten für die australische Marine. Den Zuschlag für den Bau der neuen australischen U-Boot-Flotte erhielt der französische Rüstungskonzern DCNS, der mehrheitlich in staatlicher Hand ist. Das teilte der australische Premierminister Malcolm Turnbull mit. Der Auftrag, um den sich auch das deutsche Unternehmen Thyssen-Krupp sowie ein japanischer Mitbewerber bemüht hatten, ist umgerechnet knapp 35 Milliarden Euro schwer.

Das französische Angebot erfülle die Erfordernisse seines Landes am besten, sagte Turnbull in Adelaide, wo die neue U-Boot-Flotte gebaut werden soll. DCNS hatte eine auf Diesel-Elektrotechnik aufgebaute Version seiner Atom-U-Boote der Barracuda-Klasse in die Waagschale geworfen. Die gleichen Modelle mit Druck-Düsenantrieb werden gerade auch für die französische Marine gebaut.

Thyssen-Krupps Offerte bestand aus einer größeren Variante seiner U-Boote vom Typ 214, die als Typ 216 an australische Anforderungen angepasst wurde. Der deutsche Konzern hatte den Bau der gesamten Flotte in Adelaide für 20 Milliarden Australische Dollar angeboten, also für weniger als ein Drittel des von der australischen Marine veranschlagten Preises. Zudem warb Thyssen-Krupp damit, dass es durch eine Partnerschaft mit Siemens gegenüber den anderen Konkurrenten im Vorteil sei. Siemens hatte zugesagt, die Software der U-Boote beizusteuern und ein digitales Schiffsbauzentrum in Adelaide zu schaffen - aber das war den Australiern offenbar nicht Argument genug.

Die australische Regierung hatte erst im März ein umfangreiches Aufrüstungsprogramm angekündigt - mit Ausgaben von allein 195 Milliarden Australischen Dollar (134 Milliarden Euro) bis zum Jahr 2025. Darunter fällt auch der Ausbau der U-Boot-Flotte. Die bisher sechs U-Boote Australiens gelten als veraltet und sollen im Jahr 2026 ausgemustert werden. Nach einem Bericht der ARD handelt es sich um die größte militärische Anschaffung der australischen Geschichte.

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