Quartalszahlen:Warum die Börse Amazon, Microsoft und Ex-Google feiert

  • Alphabet, Amazon und Microsoft veröffentlichen Quartalszahlen und übertreffen die Erwartungen.
  • Die Aktie des ehemaligen Google-Konzerns steigt auf einen Rekordstand.
  • Amazon-Gründer Jeff Bezos ist nun der drittreichste Amerikaner.

Von Johannes Kuhn, San Francisco

Eine Zahl, die man sacken lassen muss: Alphabet (vormals: Google), Amazon und Microsoft haben ihren Wert am Donnerstag gemeinsam zwischenzeitlich um mehr als 100 Milliarden Dollar gesteigert - und das nach Börsenschluss.

Alle drei Unternehmen übertrafen mit ihren Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten und schickten ihre Aktien damit auf Höhenflug.

Alphabet legte erstmals eine Bilanz in der neuen Holding-Struktur vor. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 18,7 Milliarden US-Dollar, der Gewinn lag mit 3,98 Milliarden Dollar ebenfalls deutlich höher als noch vor einem Jahr (2,74 Milliarden Dollar). Die Bar-Reserven belaufen sich inzwischen auf 72 Milliarden Dollar.

Google-Aktie auf historischem Höchststand

Für fünf Milliarden US-Dollar will Alphabet nun Aktien von den Anlegern zurückkaufen. Der Aktienkurs stieg nachbörslich um elf Prozent auf 723 Dollar, ein historischer Höchststand.

Google machte gute Mobil- und Youtube-Werbeumsätze, aber auch strengere Kostenkontrolle für die Steigerung verantwortlich. Ein kleines Signal der Beunruhigung: Der durchschnittliche Anzeigenpreis sank um elf Prozent. Im nächsten Quartal will der Konzern erstmals gebündelt Details zu Nebenprojekten wie Nest (Heimsensoren), Google X (selbstfahrende Autos und mehr), Calico (Gesundheit) oder Fiber (Hochgeschwindigkeits-Internet) ausweisen.

Für hohe Profite war Amazon bislang nicht bekannt - der Konzern aus Seattle investiert einen Großteil seiner Einnahmen sofort, um konkurrenzfähig zu bleiben. Auch in diesem Quartal hatten Analysten mit einem kleinen Verlust gerechnet, doch stattdessen machte der Online-Großkonzern 79 Millionen Gewinn. Der Umsatz stieg um 23 Prozent und erreichte 25 Milliarden Dollar.

Jeff Bezos' Vermögen wächst um fünf Milliarden

Ein Fünftel trägt der lange unterschätzte Cloud-Computing-Dienst Amazon Web Services (AWS) dazu bei, der in diesem Jahr stark wächst und gerade für viele Technologie-Firmen zum Favoriten unter den Server-Vermietern geworden ist. Längst beginnen erste Analysten darüber zu spekulieren, ob Amazon AWS mittelfristig nicht zu einer eigenen Firma machen könnte.

Weil Amazon im anstehenden Weihnachtsgeschäft mit hohen Umsätzen rechnen kann stieg der Kurs nachbörslich um zehn Prozent auf 623 Dollar. Damit ist Firmengründer Jeff Bezos fünf Milliarden Dollar reicher und mit einem Vermögen von 55 Milliarden Dollar vorläufig der drittreichste Amerikaner hinter Warren Buffet und Bill Gates, aber vor den Koch-Brüdern.

Auch Microsoft überrascht

Auch Gates verzeichnete am Donnerstag einen Vermögenszuwachs - das von ihm gegründete Microsoft legte nachbörslich um fünf Prozent zu. Zwar geht der Umsatz des Unternehmens stetig zurück, doch der Profit mit 4,6 Milliarden Dollar leicht an.

Vor allem die Abonnements für die Office-Programme sowie die Cloud-Dienste halfen der Firma. Das Geschäft mit Windows ging um 17 Prozent zurück, machte aber mit 9,4 Milliarden weiterhin mehr als 40 Prozent des Umsatzes aus. Der Konzern kündigte an, weitere 1000 Stellen zu streichen.

© Süddeutsche.de
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