Apple und Qualcomm Überraschende Einigung im Milliarden-Streit

Apple und der Chipkonzern Qualcomm haben ihren Streit um Patente beigelegt.

(Foto: REUTERS)
  • Im Streit um Patente haben sich Apple und der Chip-Hersteller Qualcomm geeinigt.
  • Qualcomm hatte zwischenzeitlich sogar ein Verkaufsverbot für ältere iPhones in Deutschland durchgesetzt.
  • Die Einigung kam kurz nach dem Beginn eines großen Prozesses in den USA.

Nach mehr als zwei Jahren Streit haben sich Apple und der Chipkonzern Qualcomm darauf geeinigt, dass alle gegenseitigen Klagen fallen gelassen werden, teilten die Unternehmen mit. Apple werde Geld an Qualcomm zahlen. Außerdem würden die beiden Konzerne eine Patentvereinbarung für zunächst sechs Jahre abschließen. Zahlen und Konditionen wurden nicht mitgeteilt.

Apple und Qualcomm hatten um Patente und mehrere Milliarden Euro gestritten. Die Einigung kam kurz nach Beginn eines großen Prozesses in Kalifornien: Apple warf Qualcomm vor, zu hohe Lizenzen für seine Patente zu verlangen und damit den Wettbewerb zu behindern. Der Konzern hielt den Vorwurf entgegen, Apple würde in seinen Smartphones Qualcomm-Erfindungen nutzen, ohne dafür eine Patentlizenz zu haben.

Die Einigung könnte Apple bei 5G-Smartphones helfen

Qualcomm hatte im vergangenen Dezember sogar ein Verkaufsverbot für einige ältere iPhones in Deutschland durchgesetzt, unter anderem weil darin Chips der Konkurrenz mit ähnlichen Funktionen verbaut waren. Apple umging dieses Verbot, indem es hierzulande Smartphones verkaufte, in denen wieder Kommunikationschips von Qualcomm steckten, statt vom Konkurrenten Intel.

Der große Prozess in Kalifornien war auf vier bis fünf Wochen angesetzt gewesen. Beobachter hatten damit gerechnet, dass diverse Top-Manager wie Apple-Chef Tim Cook und Qualcomm-Chef Steve Mollenkopf in den Zeugenstand gerufen werden. Es sollte dabei um eine Klage von Apple gegen Qualcomm aus dem Jahr 2017 gehen. Das Gericht hatte es am ersten Tag gerade geschafft, neun Geschworene auszuwählen und am Dienstag liefen Stellungnahmen der Apple-Anwälte, als überraschend die Einigung verkündet wurde.

Der Vergleich sieht vor, dass der sechsjährige Patentdeal um weitere zwei Jahre verlängert werden kann. Zudem gebe es eine mehrjährige Vereinbarung für Chiplieferungen. Apple bekommt damit eine Möglichkeit, schneller Geräte für den neuen 5G-Datenfunk anbieten zu können. Bei den Chips hingegen ist Qualcomm führend.

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