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Preisbrecher Aldi:Duftmarken der Konkurrenz

Der Preiskampf im Lebensmittelhandel erreicht hysterische Ausmaße. Aldi ist dabei nicht mehr allein der Schrittmacher.

Früher ging das Spiel so: Aldi senkte die Preise und alle anderen griffen ebenfalls zum Rotstift. Heute marschiert der Marktführer im Discount zwar immer noch häufig vorneweg, wenn die Preise purzeln. Aber immer häufiger setzen auch Mitbewerber Duftmarken. Wie der Billiganbieter Penny, der am Donnerstag zeitgleich mit Aldi ein ganzes Bündel von Waren verbilligte.

Der Branchenprimus im Discountgeschäft muss sich stärkerer Konkurrenz erwehren. Das erklärt, warum der Preiskampf im Lebensmittelhandel hysterische Ausmaße erreicht hat.

Schon lange ist es nicht mehr nur die Lidl-Gruppe, die Aldi attackiert. Auch die übrigen Discounter sind angriffslustiger geworden.

Allen voran Netto, die Discount-Kette des Edeka-Konzerns. Gemessen an der Zahl der Filialen rangiert sie in der Branchenliste sogar bereits vor Lidl - ein Sprung, der durch die Übernahme von mehr als 2000 Läden des Konkurrenten Plus vor eineinhalb Jahren möglich war.

Aber auch Supermärkte wie Rewe und Edeka oder auch SB-Warenhaus-Ketten wie Real haben inzwischen Konzepte entwickelt, mit denen sie Aldi & Co mächtig ärgern.

Sie bieten immer mehr Eigenmarken an, deren Preise sie bei Bedarf auf Aldi-Niveau senken. Auch wenn das für sie häufig schmerzhaft ist. So hat kürzlich die Metro-Tochter Real die Erreichung ihres Gewinnziels vor allem deshalb um ein Jahr verschieben müssen, weil sie im Preiskampf mit Aldi nicht nachgeben will.

Aldi lässt es sich was kosten, seinen Ruf als Preisbarometer im Lebensmittelhandel zu verteidigen. Aber der Marktführer kann es sich leisten: Das Unternehmen glänzt nach wie vor mit den höchsten Filialumsätzen und Renditen.