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Pläne der US-Republikaner:Im Goldfieber

Es sind bizarre Pläne, die im Wahlprogramm der US-Republikaner zu finden sind. Die Partei um Mitt Romney will die Unabhängigkeit der Notenbank einschränken und den Dollar wieder an den Goldbestand koppeln. Da stellt sich die Frage: Wie radikal ist Romney?

Kommende Woche werden die Republikaner in Tampa (Florida) den früheren Gouverneur von Massachusetts offiziell zu ihrem Präsidentschaftskandidaten wählen - vorausgesetzt der Tropensturm Isaac, der derzeit über Haiti tobt, wächst sich nicht noch zu einem echten Hurrikan aus und bedroht die Veranstaltung. Überraschungen wird es, was die Wahl selbst betrifft, nicht geben. Anders sieht das mit dem Wahlprogramm aus, das die Partei Mitt Romney mit auf den Weg geben wird.

Nach letztem Stand sieht der Entwurf eine Kommission vor, die die Rückkehr der Vereinigten Staaten zum Goldstandard prüfen soll. Der Entwurf selbst ist zwar noch nicht veröffentlicht, doch die Kongressabgeordnete Marsha Blackburn aus Tennessee, eine der beiden Vorsitzenden der republikanischen Programm-Kommission, bestätigte die Goldpläne.

Kurzfristig noch brisanter ist eine andere Forderung aus dem Programm: Der Kongress soll die Notenbank Federal Reserve (Fed) einer regelmäßigen Buchprüfung unterziehen. Ein entsprechendes Gesetz haben die Republikaner bereits im Kongress eingebracht.

Je nachdem, wie umfangreich diese Buchprüfung ausfällt, könnte die Unabhängigkeit der Fed in Frage gestellt sein. Diese Unabhängigkeit von Entscheidungen der Politik, wie sie neben der Fed auch die Europäische Zentralbank oder die Bank von England haben, gilt seit Jahrzehnten als Grundvoraussetzung einer erfolgreichen Geldpolitik. Sie war bis vor kurzem auch ein Wert, den Konservative in der Auseinandersetzung mit Linken hochhielten. Würden sich die Vereinigten Staaten tatsächlich von diesem Prinzip verabschieden, würde der Umgang mit Geld und Währungen auf der ganzen Welt politischer - und parteipolitischer.