Lena Meyer-Landrut wirbt für Opel Echt krass

Sängerin Lena Meyer-Landrut verpasst Opel ein neues Gesicht. Doch das Bündnis von altem Autohersteller und jungem Schlagersternchen ist höchst riskant. Für alle.

Ein Kommentar von Thomas Fromm

Wundervoll" sei sie, "unprätentiös", "ehrlich", und sie komme "bei den Menschen gut an". Wenn Opel-Chef Nick Reilly über die erst 19-jährige Schlagersängerin Lena Meyer-Landrut spricht, dann wird sehr schnell klar: Lena ist schon da, wo Opel hin will. "Eine perfekte Verbindung", schwärmte Reilly.

Leiht Opel ihr Gesicht: Sängerin Lena Meyer-Landrut.

(Foto: dpa)

Auf den ersten Blick vielleicht. Tatsächlich aber ist das Bündnis von altem Autobauer und jungem Schlagersternchen höchst riskant. Für alle. Zwar ist das Image des Autobauers seit den endlosen Debatten über die Zukunft des Herstellers ramponiert; gerade unter jungen Leuten ist die Marke unpopulär. Opel, das ist die Geschichte eines langen, schmerzhaften Abstiegs und die verzweifelte Suche nach dem Weg zurück nach oben. Die Schlagersängerin ist der Gegenentwurf zu Opel. Sie kam vor einigen Monaten aus dem Nichts und gewann direkt den Eurovision Song Contest 2010 in Oslo. Jetzt ist sie oben.

Den Opelanern gefällt das, sie wollen zumindest einen Teil von Lenas Erfolg für sich mitnehmen. Möglichst schnell. Und vergessen dabei eines: Das Mädchen aus Hannover, das in diesem Sommer ihr Abitur gemacht hat, ist das, was man in der Branche ein "One-Hit-Wonder" nennt. Ein Mädchen mit einem einzigen Hit. Ob und wie lange sich das Phänomen Lena überhaupt halten wird, weiß niemand. Opel müsste langfristig planen, setzt aber auf schnelle Effekte.

Und was ist mit Lena? Vielleicht ist sie ja doch auf dem Weg zum großen Star. Was, wenn die Opel-Krise am Ende länger dauert als von Reilly geplant? Sorgen, die sich die Sängerin noch nicht macht. Am Wochenende fand sie ihren Auftritt bei Opel erst einmal "krass" und Rüsselsheim "wunderschön".