Öl:Saudi-Arabien schasst mächtigen Ölminister

Ali Al-Naimi

Saudi-Arabiens Ölminister Ali Al-Naimi muss sein Amt abgeben.

(Foto: AP)
  • Saudi-Arabiens Ölminister Al-Naimi muss seinen Posten räumen.
  • Er gilt als Opfer des Aufstiegs von Kronprinz Mohammed bin Salman, der als neuer starker Mann Saudi-Arabiens angesehen wird.

Saudi-Arabiens langjähriger Ölminister Ali al-Naimi verliert seinen Posten. Das Amt des Ölministers soll der bisherige Gesundheitsminister Chaled al-Falih übernehmen, der auch Chef der Erdöl-Fördergesellschaft Saudi Aramco ist. Das geht aus einem am Samstag veröffentlichten königlichen Dekret hervor. Die Veröffentlichung beeinhaltet erste Schritte einer zuletzt groß angekündigten Wirtschaftsreform des Königreichs.

Seit der Thronbesteigung König Salmans Anfang 2015 bestimmt der 31-jährige Kronprinz Mohammed bin Salman mit einer Handvoll neuer Minister die Wirtschaftspolitik Saudi-Arabiens. Das Königreich hat wegen des niedrigen Ölpreises zunehmend finanzielle Probleme. Die Regierung versucht, die Wirtschaft durch Reformen zu erneuern. Ein Opfer dieser sogenannten Saudi Vision 2030 ist nun offenkundig der 81-jährige al-Naimi.

Wichtigster Mann des Öl-Geschäfts

Al-Naimi hatte die saudi-arabische Ölpolitik mehr als 20 Jahre lang bestimmt. Bekannt wurde er zunächst von 1983 an als erster saudischer Chef von Saudi Aramco und 1995 als Ölminister, der nicht dem Königshaus entstammt und sogar zur schiitischen Minderheit gehört.

Als Minister veränderte er die Opec und machte ihre zähen politischen Treffen Ende der Neunzigerjahre zu kurzen Meetings von Geschäftsleuten, die mit ihrem Öl möglichst viel Geld verdienen wollen. Wenn das Opec-Kartell sich im halbjährlichen Turnus zu Gesprächen traf, galt al-Naimi als saudischer Ölminister stets als wichtigste Figur.

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