"News of the World"-SkandalDie Meister der dunklen Künste

Kriminelle Reporter, Privatdetektive und korrupte Polizisten: Großbritannien erlebt in der Affäre um die Zeitung "News of the World" eine erschütterte Mediendynastie, Rücktritte und jetzt auch einen Todesfall. Gegen wen wird ermittelt? Wer übernimmt die Verantwortung in Rupert Murdochs Konzern?

Kriminelle Reporter, Privatdetektive und korrupte Polizisten: Großbritannien erlebt in der Affäre um die Zeitung "News of the World" eine erschütterte Mediendynastie, Rücktritte und jetzt auch einen Todesfall. Gegen wen wird ermittelt? Wer übernimmt die Verantwortung in Rupert Murdochs Konzern?

Früher taten britische Parlamentarier alles, um ja nicht den Zorn seiner Blätter auf sich zu ziehen, heute muss Rupert Murdoch ihnen Rede und Antwort zum Abhörskandal stehen: Der 80-jährige Australier, der auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, fuhr am Dienstagvormittag zum Unterhaus. Dort muss der Medienboss erklären, wie sich die Praxis, Promis und einfache Briten abzuhören, so weit verbreiten konnte - und was er und die Verantwortlichen in seinem Konzern News Corp. davon wussten. Zu News Corp. gehört News International, der britische Verlag, in dem die Skandalzeitung News of the World bis Anfang Juli erschien. Jahrelang hatten die Enthüllungen über phone hacking keine Konsequenzen für Murdoch selbst gehabt - obwohl es bereits seit langem Berichte über die "dunklen Künste" in seiner Zeitung gegeben hatte, wie die Briten das illegale Abhören nennen. Inzwischen hat Murdoch reagiert: News of the World machte er dicht, die geplante Komplettübernahme des Pay-TV-Senders BSkyB musste er wegen des öffentlichen Drucks zurückziehen.

Bild: REUTERS 19. Juli 2011, 13:192011-07-19 13:19:54 © sueddeutsche.de/AFP/luk