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Neue EU-Kraftstoffstrategie:Die Abhängigkeit vom Öl

Auch für Erdgas hätte die EU gerne eine neue Infrastruktur. So schlägt die Kommission spezielle Tankstellen für flüssiges Erdgas vor, wie es vor allem Lastwagen verwenden. Bislang gibt es europaweit ganze 38 dieser Tankstellen. Bis 2020 dagegen sollen "entlang den Straßen des Kernnetzes des transeuropäischen Straßennetzes" alle 400 Kilometer entsprechende Zapfsäulen entstehen. So könnten Spediteure künftig mit Erdgas von Helsinki nach Palermo fahren. Für Schiffe soll es ein vergleichbares Netz künftig in allen großen See- und Binnenhäfen geben. Nicht anders auch beim komprimierten Erdgas, das für Autos interessant ist. Derzeit gibt es in der EU eine Million Autos, die damit fahren - aber eine überschaubare Zahl von Tankstellen. Das neue Ziel der EU: Mindestens alle 150 Kilometer soll eine entstehen.

Motivation für den Vorstoß gibt es genügend. Die herkömmlichen Motoren belasten nicht nur das Klima, sondern häufig auch die Atemluft. Und nach Einschätzung der EU läuft der Kontinent nicht nur auf ein ökologisches, sondern auch auf ein ökonomisches Problem zu: die wachsende Abhängigkeit von fossilen und immer teureren Ressourcen. So hänge der Transport in Europa bislang zu 94 Prozent vom Öl ab. Doch 84 Prozent dieses Erdöls würden teuer importiert, schreiben die Experten der Kommission. "Es ist klar, dass die EU ihre Energie-Ressourcen diversifizieren muss", heißt es in dem Papier weiter.

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Eine Einsicht, die auch der deutschen Bundesregierung nicht fremd ist: Sie werkelt seit Monaten in Expertenrunden und öffentlichen Konsultationen an einer eigenen Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie. Bis zum Frühjahr soll das Kabinett sie beschlossen haben. Sie werde zeigen, "welchen Beitrag der Verkehr zur Energiewende liefern kann", heißt es im Bundesverkehrsministerium. Ohnehin kommt in der Strategie der EU-Kommission nun vieles auf Mitgliedstaaten und Wirtschaft zu: Denn bezahlen soll die neue Infrastruktur zunächst einmal der Privatsektor. Dazu reichten "Vorschriften auf lokaler Ebene", heißt es in dem Papier. Schließlich gehe es für Europas Wirtschaft um wachsende Märkte weltweit.

© SZ vom 24.01.2013/fzg
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