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Nachbarschaftsrecht:Was tun gegen hässliche Gartenzwerge?

3. Überhängende Äste

Der feuchte Sommer hat Bäume und Sträucher üppig wachsen lassen. Oft hängen daher Äste vom Nachbargrundstück in den eigenen Garten. Darf man die einfach abschneiden? Nein, sagen die Richter. Zwar gibt es einen "Rückschnittsanspruch", wenn Äste die Nutzung des eigenen Grundstücks beeinträchtigen. Man muss den Nachbarn aber erst auffordern, die Äste selbst zu schneiden und ihm dafür drei bis sechs Wochen Zeit geben. Danach kann man selbst zur Astschere greifen - aber nur bis zur Grundstücksgrenze. Erlaubt ist der Schnitt erst nach der Wachstumsperiode, also von Oktober an. "Ohne Fristsetzung sollte man aber von Selbsthilfe absehen", rät Ordnungsamtsvize Stollenwerk. "Die Gerichte verstehen da keinen Spaß." So sei es keine gute Idee, die Äste der Bäume zu kappen, wenn der Nachbar nicht da ist: "Das ist rechtswidrig."

4. Qualmende Kamine

Sie sind der Renner in jedem Baumarkt: Immer mehr Hauseigentümer legen sich Kaminöfen zu - auch wegen gestiegener Energiekosten. "Die Holzfeuerung hat massiv zugenommen", berichtet Experte Stollenwerk. Zum Ärger manches Nachbarn, den der Holzqualm stört. Gibt es Probleme, muss der Besitzer nachweisen, dass der Ofen zulässige Grenzwerte einhält - entweder mit einem Gutachten oder einer Bescheinigung des Herstellers. Spuckt der Ofen zu viel Staub, ist unter Umständen ein Filter nötig. Bei einem offenen Kamin hat ein Verwaltungsgericht den Betrieb sogar schon mal eingeschränkt: auf jeweils fünf Stunden an acht Tagen im Monat. Andere Materialien als Holz darf man nicht verbrennen. Auch zu feuchtes Holz ist verboten. Die Verwendung muss man dem Ofenbesitzer aber nachweisen. Erfolg vor Gericht hatte ein Nachbar, der den schwarzen Qualm aus dem Kamin fotografierte. Stollenwerk: "Da war klar erkennbar, dass hier etwas anderes verbrennt."

5. Nervende Unordnung

Nicht jeder räumt nach dem Sommer den Garten oder die Terrasse auf. Gegen das Chaos beim Nachbarn ist jedoch rechtlich kein Kraut gewachsen. "Den Anblick eines unaufgeräumten Grundstücks muss man dulden", sagt Experte Stollenwerk. Müll darf der Nachbar aber nicht im Garten lagern. Wenig Chancen haben Gartenzwerg-Hasser: Über Geschmack lässt sich nicht streiten, sagen die Gerichte. Nur bei den sogenannten Frust-Zwergen verfügte ein Amtsgericht eine Beseitigung: Sie zeigten dem Nachbarn ihr Hinterteil. Auch die Stoffpuppe musste weg, die ein entnervter Grundstückseigner nach jahrelangem Zoff am Zaun an einen Galgen hängte. Sie ähnelte dem Nachbarn und trug die Aufschrift: "Ich war ein Drecksack."