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McDonald's:Burgerschachteln aus Graspapier, Ketchup in der Waffel

McDonald's Burger Verpackung

In den kommenden zehn Tagen testet McDonald's in einem Berliner Restaurant alternative Verpackungen.

(Foto: AP)
  • McDonald's testet in Berlin in den kommenden Tagen Verpackungen, die in den Restaurants das Müllaufkommen reduzieren sollen.
  • Bis 2025 sollen alle Verpackungen des Konzerns recycelbar sein - aber kann McDonald's damit auch sein Einweg-Problem lösen?

Halb elf, Mall of Berlin. Der McDonald's im zweiten Stock des Einkaufszentrums in Mitte füllt sich an diesem Montag schneller als sonst. Es ist ein besonderer Tag, der Auftakt eines Experiments: Zehn Tage lang testet die Fast-Food-Kette hier, wie die Zukunft aussehen könnte. Im sogenannten "Better M Store" erprobt sie, welche nachhaltigen Verpackungen bei den Gästen ankommen. Mehrwegbecher aus Plastik statt Einwegbecher aus Pappe, Graspapier statt Burgerschachteln, Papierboxen für Salate, Ketchup in der Waffel.

McDonald's steht quasi schon immer in der Kritik von Umweltschützern - auch wegen der großen Mengen an Verpackungsmüll. Fast jeder Burger kommt in einer eigenen Box, ganz egal, ob er in der Filiale oder draußen gegessen wird. "McDonald's ist ein Symbol dafür, wenn es darum geht, Müll zu erzeugen", sagt Unternehmenssprecher Philipp Wachholz bei der Präsentation der Kampagne. "Die Welt können wir nicht verbessern, aber uns."

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Lange glaubten Firmen wie McDonald's, Coca-Cola und Kraft Heinz, den Menschen alles verkaufen zu können, egal wie fett oder zuckrig. Doch die Zeiten sind vorbei.

Auf den neuen, nachhaltigeren Behältern kleben grüne Sticker mit der Frage: "Das könnte die neue Verpackung werden. Was sagst du?" Am Eingang der Filiale stehen Mitarbeiter in schwarzen Shirts mit Tablets in der Hand. Hier können Kunden die neuen Verpackungen bewerten. "Wir wollen die Gäste von Anfang an mitnehmen", sagt Wachholz. Es sei wenig sinnvoll, den Menschen einfach eine neue Verpackung aufzuzwingen. In Großbritannien und Irland beispielsweise gibt es seit Kurzem keine Plastikstrohhalme mehr. "Dort gab es regelrecht Aufruhr", sagt Heike Bierweiler, die bei McDonald's Deutschland für Verpackung und Recycling verantwortlich ist.

Für Bierweiler sind beim zehntägigen Test vor allem zwei Dinge relevant. Einerseits müssten die neuen Verpackungen für die Gäste attraktiv sein. Das Trinken aus Holzstrohhalmen sei etwa ein anderes Geschmackserlebnis als mit Plastikstrohhalmen. Hinzu komme, dass die neuen Lösungen auch zu den Arbeitsabläufen in den Filialen passen müssten. Allein beim Thema Strohhalme könne man sehen, wie viele Faktoren eine Rolle spielten: Glas sei in der Systemgastronomie nicht geeignet, Edelstahl zu teuer, Bambus schwer zu säubern.

Bis 2025 sollen alle Verpackungen recycelbar sein

Bis es in anderen Filialen auch Burger in Graspapierschachteln und Salate in Papierboxen gibt, wird es aber wohl noch dauern. Im Anschluss an den Test würden zunächst die Ergebnisse ausgewertet. "Dann wollen wir einen Fahrplan für die nächsten drei Jahre vorstellen", sagt Wachholz. Hinzu käme, so Bierweiler, dass bei einem riesigen Konzern wie McDonald's direkt große Mengen bestellt werden müssten. "Man wartet ungefähr ein Jahr, bis man das Land mit Holzlöffeln ausstatten kann."

Der Konzern hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 weltweit nur noch Verpackungsmaterial aus erneuerbaren, recycelten oder zertifizierten Quellen zu nutzen. Sämtliche Verpackungen sollen zudem recycelbar sein - aber weiterhin oft Einweg. Mehrwegbehälter bietet die Kette bislang nur für Heißgetränke an, limitierte Burger werden zudem auf Holzbrettern serviert. Den immensen Einsatz von Einwegverpackungen begründet der Konzern auf seiner Homepage damit, dass sie der Produktpräsentation dienten und Informationen für Kunden enthielten - vielleicht dann ja bald auf Graspapier.

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