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Konjunktur - Hannover:Schwache Exporte sorgen für maue Konjunktur

Hannover (dpa/lni) - Schwache Exporte der Industrie bremsen die niedersächsische Wirtschaft aus. Zugleich droht der industrielle Abschwung auf die Binnenkonjunktur überzugreifen. Noch seien Konsum, Bauwirtschaft und Dienstleistungsgewerbe stabile Stützen der Wirtschaft im Land. Stellenstreichungen in der Industrie signalisierten aber eine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt, teilte die Industrie- und Handelskammer Niedersachsen (IHKN) am Dienstag mit. Sie hatte für ihre Konjunkturumfrage knapp 2000 Unternehmen befragt.

"Ohne eine schnelle Lösung bei den Handelsstreitigkeiten ist ein Ende der Talfahrt nicht in Sicht", sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Niedersachsen, Horst Schrage, mit Blick auf die US-Handelspolitik. Vor allem die wichtigste Branche Niedersachsens - die Automobilindustrie und ihre Zulieferer - habe mit rückläufigen Umsätzen und sinkenden Auftragseingängen zu kämpfen. Dazu kämen Verwerfungen rund um die Verkehrs- und Klimapolitik. In der Industrie seien Neueinstellungen nicht mehr zu erwarten, sagte Schrage.

Unternehmen bemühten sich, Kosten zu sparen und die Produktivität zu steigern - nicht nur Großunternehmen hätten ihre Beschäftigungspläne gekürzt. Auch exportabhängige Branchen wie Maschinenbau oder Elektrotechnik berichteten von stagnierenden Geschäften. "Globale Handelsstreitigkeiten müssen schnell beendet werden, damit wieder Vertrauen gefasst werden kann", mahnte Schrage. Dennoch zeigten die Umsatzerwartungen, dass die Industrie keine wirklich schlechten Zeiten erwarte.

Der IHK-Konjunkturklimaindex gab zum sechsten Mal in Folge nach - und liegt den Angaben zufolge mit 105 (Vorquartal: 110) Punkten für das zweite Quartal 2019 erstmals seit 7 Jahren unter dem langjährigen Durchschnitt.

Die aktuelle Geschäftslage bleibt aber gut: 31 (Vorquartal: 33) Prozent der befragten Unternehmen beurteilten ihre Lage als gut, 11 (9) Prozent waren unzufrieden. Die Erwartungen an die kommenden Monate verschlechterten sich: 13 (18) Prozent der Befragten rechneten mit einer günstigeren Entwicklung, 22 (20) Prozent ware aber pessimistisch.

Immer noch intakt ist das Wachstum vor allem in der boomenden Bauindustrie. Die Auftragseingänge stiegen, steigende Preise sorgten zudem für eine bessere Ertragslage. Der Großhandel berichtete nach IHKN-Angaben über solide Geschäfte, auch im Einzelhandel war die Geschäftslage demnach stabil. Allerdings rechneten Unterhaltungselektronikgeschäfte, Autohäuser und Schuhgeschäfte mit schlechteren Geschäften.