Konflikte im Nahen Osten:Gesamte Region könnte zum Pulverfass werden

Lesezeit: 3 min

Die gesamte Region könnte damit zum Pulverfass werden. Auch die Ölkrise von 1973 wurde durch einen kriegerischen Konflikt ausgelöst: Im Jom-Kippur-Krieg kämpfte Israel gegen Syrien und Ägypten. Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) reagierte damals mit einem Lieferboykott der westlichen Länder. Mittlerweile verfolgt die Opec unter maßgeblichen Einfluss ihres mächtigsten Mitglieds Saudi-Arabien allerdings eine pragmatische Politik. Saudi-Arabien hat verschiedentlich zu erkennen gegeben, dass es für Lieferausfälle anderer Opec-Staaten in der Region einspringen werde.

Das Nicht-Opec-Mitglied Syrien ist indes nur ein Zwerg unter den großen Produzenten des wichtigen Rohstoffs. Das Land steht für nur 0,4 Prozent der Weltrohölförderung. Das liegt weit unter Ägypten mit einem Anteil von 0,9 Prozent. Während sich die syrische Produktion vor der Krise auf etwa 380.000 Barrel pro Tag belief, sind es Schätzungen zufolge heute nur etwa 20.000 Barrel. Das Assad-Regime ist auf Energie-Importe angewiesen, deren Kosten sich auf monatlich 500 Millionen Dollar belaufen sollen.

Investoren suchen Zuflucht in Gold und Silber

Syrien hält auch die Finanzmärkte rund um den Globus in Atem. Geldanleger flüchten angesichts der drohenden Eskalation verstärkt in "sichere Häfen" . Das macht insbesondere den Aktienmärkten zu schaffen. Der deutsche Leitindex Dax verlor am Mittwoch 1,4 Prozent auf 8131 Zähler, nachdem er bereits am Dienstag 2,3 Prozent eingebüßt hatte. Die Börse in Syriens Nachbarland Türkei verbuchte ein Minus von 2,4 Prozent, nachdem sie am Vortag um knapp fünf Prozent auf den tiefsten Stand seit einem Jahr gefallen war.

Zuflucht suchen die Investoren in Gold und Silber. Gold verteuerte sich um bis zu 1,2 Prozent auf 1433,31 Dollar je Feinunze und notierte damit so hoch wie zuletzt Mitte Mai. Silber folgte dem Goldpreis und kletterte um bis zu 2,5 Prozent auf ein Vier-Monats-Hoch von 25,08 Dollar.

"Unklar ist vor allem, wie Russland und die islamische Welt auf einen Angriff reagieren würden, und das macht nervös", hieß es unter Börsianern. Der Konflikt in Syrien und ein Zurückfahren der Konjunkturhilfen der globalen Notenbanken könnten die Finanzmärkte ins Chaos stürzen, warnte Star-Investor Jim Rogers im Interview mit Reuters Insider. "Wer weiß, was für unbeabsichtigte Folgen uns drohen." Wann immer es in der Geschichte einen Krieg gegeben habe, seien die Preise für Lebensmittel, Energie und Kupfer gestiegen, so Rogers.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema