Insolvenz von Flybmi Britische Airline rutscht wegen Brexit-Angst in die Pleite

Am Boden: eine Maschine von Flybmi auf dem Flughafen Rostock-Laage

(Foto: dpa)
  • Die britische Fluggesellschaft Flybmi hat Insolvenz angemeldet. Grund sei vor allem der Brexit, so das Unternehmen.
  • Die Airline flog auch deutsche Städte an.

Auch wegen des Brexit hat die britische Regional-Fluggesellschaft Flybmi Insolvenz angemeldet. Alle Flüge wurden mit sofortiger Wirkung gestrichen, wie die Airline auf ihrer Webseite mitteilte. 17 Maschinen flogen zu mehr als 20 europäischen Zielen. Betroffen sind auch die deutschen Flughäfen Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf, München, Nürnberg, Saarbrücken und Rostock-Laage. Zudem kooperierten die Briten unter anderem mit der Lufthansa über das sogenannte Codesharing.

Für die Entscheidung gibt es laut Flybmi mehrere Gründe, darunter allgemeine Schwierigkeiten in der Branche, aber eben auch der für Ende März geplante Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Die andauernde Unsicherheit habe dazu geführt, dass der Airline wertvolle Verträge entgangen seien. Probleme bereiteten auch höhere Kerosinpreise, die auf den partiellen Ausschluss britischer Airlines vom Emissionshandel durch die EU zurückzuführen seien. "Die Herausforderungen, insbesondere durch den Brexit, erwiesen sich als unüberwindlich", sagte ein Unternehmenssprecher.

Die Passagiere wurden von der Einstellung der Flüge überrascht. Eine Familie hatte im südwestenglischen Airport Bristol schon die Sicherheitskontrollen passiert, als sie erfuhr, dass ihr Flug nach München gecancelt wurde. "Toller Start in den Urlaub", twitterte der Familienvater. Ein Ingenieur, der aus beruflichen Gründen 14 Flüge in den nächsten sechs Wochen zwischen dem nordirischen Londonderry und London Stansted gebucht hatte, sagte Lokalmedien, er habe erstmals das Gefühl, "im Brexit-Land" zu leben.

Kunden wurden gebeten, für die Erstattung des Flugpreises ihre Kreditkartenanbieter, Reiseagenturen oder Partnerfluggesellschaften von Flybmi zu kontaktieren. Die Airline absolvierte im vergangenen Jahr 29 000 Flüge mit 522 000 Passagieren. Insgesamt beschäftigt sie 376 Mitarbeiter in Großbritannien, Deutschland, Schweden und Belgien. Flybmi ist nicht zu verwechseln mit der Fluggesellschaft Flybe.

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