Suezkanal-Krise:Hapag-Lloyd bietet Landtransit durch Saudi-Arabien an

Suezkanal-Krise: Containerschiffe von Hapag-Lloyd meiden weiterhin den Suezkanal.

Containerschiffe von Hapag-Lloyd meiden weiterhin den Suezkanal.

(Foto: Marcus Brandt/dpa)

Wegen der Angriffe der Huthi-Rebellen leitet die Reederei ihre Schiffe weiter um die Südspitze Afrikas. Alternativ können Kunden nun auch Landrouten nutzen.

Angesichts der anhaltend angespannten Lage im Roten Meer und im Golf von Aden bietet Hapag-Lloyd seinen Kunden einen Transit-Dienst quer durch Saudi-Arabien an. Wie aus einer im Internet veröffentlichten Mitteilung an Kunden hervorgeht, sollen Landverkehrskorridore drei Häfen am Persischen Golf mit dem Hafen Dschidda am Roten Meer verbinden. Dschidda liegt ungefähr auf halber Strecke zwischen der Meerenge Bab al-Mandab zwischen dem afrikanischen Kontinent und Jemen, von wo aus Huthi-Rebellen Schiffe angegriffen haben, und dem Suezkanal. Am 15. Dezember war auch ein Hapag-Lloyd-Schiff angegriffen worden.

Hapag-Lloyd will das Seegebiet in Nahost weiter meiden und seine Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas umleiten. Dies gelte bis auf Weiteres, so ein Sprecher. Mit dem Transit durch Saudi-Arabien biete Hapag-Lloyd eine "bequeme Notlösung" an, bis sich die Lage im Roten Meer normalisiert habe, schrieb die weltweit fünftgrößte Reederei mit Sitz in Hamburg an ihre Kunden weiter. Am Persischen Golf liegen die beteiligten Umschlagplätze Al-Dschubail und Dammam in Saudi-Arabien sowie der Hafen Dschebel Ali in Dubai.

Zu Hapag-Lloyd gehört regulär auch das sogenannte Intermodal-Geschäft, bei dem Güter über Straße oder Schiene von den Häfen aus weiter ins Inland gebracht werden. In der Region Nahost hat Deutschlands größte Container-Reederei nach eigenen Angaben 55 Häfen und 53 Inland-Terminals. Die Landverkehrskorridore seien zwar mit Blick auf die Kapazität nicht die optimale Lösung, so Hapag-Lloyd in der Kundenmitteilung weiter. Aber der Weg über Land biete eine weitere Möglichkeit für den Transport, insbesondere wenn andere alternative Routen zu lang würden.

Hapag-Lloyd hat - wie andere Großreedereien auch - seit Wochen keine Schiffe mehr durch das Rote Meer und den Suezkanal geschickt, sondern um die Südspitze Afrikas umgeleitet. Dies führt zu Verzögerungen, höheren Kosten und Gebühren. Die eigentlich übliche Route über das Rote Meer, den Suezkanal und das Mittelmeer ist die kürzeste Schiffsverbindung zwischen Südostasien und Europa. Zuletzt hatte Hapag-Lloyd im Wochen-Rhythmus entschieden, ob das Gebiet weiter umfahren wird.

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