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Grafiken:Wer die Fleischindustrie dominiert

Dass in Deutschland die Fleischproduktion zurückgeht, davon kann also keine Rede sein. Doch welche Unternehmen verdienen hierzulande vom Geschäft mit den großen Ställen und den massenweisen Schlachtungen? Ein Ranking der Allgemeinen Fleischer Zeitung zeigt, welche Konzerne dem Umsatz nach die größten der deutschen Fleischindustrie sind.

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(Foto: Grafik: Yinfinity)
  • Tönnies

Die größte Fleischfabrik hat ihren Sitz in Rheda-Wiedenbrück, Westfalen. 15 Millionen Schweine werden dort im Jahr geschlachtet, neben der Fleischproduktion macht das Unternehmen wie viele Firmen in dieser Branche auch Geld mit der Weiterverarbeitung: mit Schinkenfleisch zum Toasten, fertigem Burger-Belag oder Mettwurst. Insgesamt kommen so mehr als fünf Milliarden Euro Umsatz jährlich zusammen.

  • Vion

Zweitgrößter Schlachter ist der niederländische Konzern Vion. Er macht fast vier Milliarden Euro Umsatz. Anfang vergangenen Jahres musste einer der Schlachthöfe des Unternehmens, in Bad Bramstedt, Schleswig-Holstein, nach einer Razzia des Landwirtschaftsministeriums zeitweise geschlossen werden. Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelte wegen des Verdachts der Tierquälerei. Etwa einen Monat später nahm der Schlachthof seinen Betrieb allerdings wieder auf - da ihm bescheinigt worden war, einen Großteil der Mängel behoben zu haben.

  • Westfleisch

Der Drittplatzierte hat seinen Sitz genau wie Tönnies ebenfalls in Westfalen. Bei der Westfleisch-Gruppe im Münster schlachtet man allerdings in etwa halb so viele Schweine wie bei der größeren Konkurrenz. Gefroren liefert der Konzern die Schweineschultern, -herzen und -zungen in die ganze Welt aus. Damit der Absatz stimmt, unterhält Westfleisch unter anderem eigene Auslandsbüros in China, Polen und Russland. Insgesamt kommt das Unternehmen auf etwa 2,5 Milliarden Euro Umsatz im Jahr. Hinter ihm folgen die PHW-Gruppe, zu der auch Wiesenhof gehört, mit 2,4 Milliarden Euro und, mit weitem Abstand, an fünfter Stelle Heristo (1,5 Milliarden Euro).

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(Foto: Grafik: Yinfinity)

Bemerkenswert ist allerdings vor allem, wie sehr die größten drei Konzerne gemeinsam den Fleischmarkt beherrschen. Sieht man sich zum Beispiel nur die Schlachtungen von Schweinen an, stellt man fest: Zusammengenommen schlachten Tönnies, Vion und Westfleisch mehr als die Hälfte aller Schweine in Deutschland - und das bei einer Gesamtmenge von immerhin fast 59 Millionen Tieren.

© Süddeutsche.de/lala
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