Geldwäsche Finanzaufsicht verliert die Geduld mit der Deutschen Bank

Spätestens seit die Deutsche Bank vor wenigen Jahren eine hohe Strafe für mögliche Geldwäsche mit russischen Kunden zahlen musste, hatte das Institut eigentlich Besserung gelobt.

(Foto: REUTERS)
  • Ein Sonderbauftragter der Finanzaufsicht Bafin soll bei der Deutschen Bank überwachen, dass die schweren Mängel in der Geldwäscheprävention beseitigt werden.
  • Die Bafin betonte, es sei "das erste Mal", dass sie "eine solche aufsichtliche Maßnahme bei einer Bank im Bereich der Geldwäscheprävention anordnet".
Von Meike Schreiber und Markus Zydra, Frankfurt

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin richtet bei der Deutschen Bank einen eigenen Aufpasser mit umfangreichen Befugnissen ein. Es geht darum, schwere Mängel in der Geldwäscheprävention abzustellen.

Wie die Bafin am Montag mitteilte, soll der Sonderbeauftragte überwachen, wie die Bank "Maßnahmen zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung umsetzt".

Dies erfolge zusammen mit der Anordnung, angemessene Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen und interne Sorgfaltspflichten einzuhalten. In der Mitteilung betonte die Bafin zudem, es sei "das erste Mal", dass sie "eine solche aufsichtliche Maßnahme bei einer Bank im Bereich der Geldwäscheprävention anordnet".

Schlag ins Gesicht der Bank

Die Maßnahme ist ein Schlag ins Gesicht für das größte deutsche Geldhaus. Es lässt zudem auf große Verärgerung der Aufseher schließen, dass die Bafin in ihrer Mitteilung auch noch auf die Einmaligkeit des Falls verweist. Spätestens seit das Geldhaus vor wenigen Jahren eine hohe Strafe für mögliche Geldwäsche mit russischen Kunden zahlen musste, hatte das Institut eigentlich Besserung gelobt.

Man hatte Hunderte neuer Mitarbeiter eingestellt und angeblich Mängel in den IT-Systemen beseitigt. Unlängst kam jedoch heraus, dass die Bank in mehreren Ländern und Regionen wie Russland und Südamerika zahlreiche Abfragen zur Identität von Kunden per Hand nacharbeiten musste, weil die Systeme versagt hatten.

Bankinsidern und Aufsichtskreisen zufolge hat die Anordnung, die bei der Deutschen Bank vergangenen Freitag einging, nichts mit dem Geldwäsche-Skandal der dänischen Danske Bank zu tun. Bis 2014 war die Deutsche Bank eine Partnerbank der estnischen Filiale der Danske, brach die Beziehung dann aber ab. Offenbar geht es eher darum, dass das Institut im Investmentbanking die heikle Prüfung der Kundendaten immer noch nicht im Griff hat. "Wir stimmen mit der Bafin darin überein, dass wir diese Prozesse in der Unternehmens- und Investmentbank weiter verbessern müssen", teilte das Geldhaus mit. Die Bank arbeite gemeinsam mit der Finanzaufsicht daran, "die regulatorischen Anforderungen schnellstmöglich zu erfüllen." Die Deutsche Bank hat bereits Erfahrung mit externen Kontrolleuren dieser Art.

Der Beauftragte bleibt bis 2021 in der Bank oder bis das Institut die Vorgaben umgesetzt hat. Gestellt wird er ausgerechnet durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Sie prüft schon seit vielen Jahren die Bilanzen des Geldhauses, wo es in der Vergangenheit immer wieder zu Unregelmäßigkeiten kam. In Aufsichtskreisen hieß es dazu, KPMG sei am besten vertraut mit der Bank.

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