Finanzminister:Schäuble über Griechenland: "zum ersten Mal ein bisschen optimistisch"

2016 World Bank Group and IMF Spring Meetings

Wolfgang Schäuble letzte Woche bei einer IWF-Tagung in Washington. Schon dort war Griechenland das dominierende Thema.

(Foto: dpa)
  • Laut Finanzminister Wolfgang Schäuble tragen die Herausforderungen durch die Flüchtlingskrise dazu bei, dass Teile der griechischen Verwaltung reformiert werden.
  • Schäuble sagte, er sei "zum ersten Mal, was Griechenland anbetrifft, ein bisschen optimistisch".

Von Cerstin Gammelin

Die Flüchtlingskrise hilft Griechenland nach Ansicht von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bei den geforderten Reformen, um die verkrusteten Verwaltungen zu modernisieren. Schäuble sagte bei einer Veranstaltung des Konvents für Deutschland in Berlin, er sei "zum ersten Mal, was Griechenland anbetrifft, ein bisschen optimistisch".

Hintergrund ist, dass die griechische Regierung von Alexis Tsipras zum ersten Mal akzeptiert habe, ausländische Beamte ins Land zu lassen. Jetzt würden "Tausende" deutsche, französische und andere Beamte helfen, die zur Bewältigung des Flüchtlingsansturms nötigen Strukturen aufzubauen. Damit sei der Grundstein auch für eine Modernisierung weiterer Teile der Verwaltung gelegt. "Sie machen jetzt zum ersten Mal die Erfahrung, dass man Verwaltung anders machen kann", fügte Schäuble hinzu.

"Ich bin nicht so pessimistisch"

Griechenland trägt derzeit die Hauptlast der Flüchtlingsbewegung nach Europa. Ob es Athen insgesamt gelingt, das Land zu modernisieren und die Auflagen der internationalen Kreditgeber zu erfüllen, um weitere finanzielle Unterstützung zu erhalten, ließ der Minister aber offen. "Sie können es schaffen. Ich bin nicht so pessimistisch", sagte er.

An diesem Freitag treffen sich die internationalen Geldgeber Griechenlands in Amsterdam, um die Reformfortschritte zu bewerten. Kommen sie zu einem positiven Ergebnis, kann Athen mit einer weiteren Tranche aus dem gegenwärtig laufenden dritten Kreditprogramm rechnen. Es umfasst 86 Milliarden Euro. Die Auszahlung des Geldes ist an Reform- und Sparmaßnahmen geknüpft. Bei diesen liegt Griechenland derzeit deutlich im Rückstand.

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