Kampf gegen Inflation:EZB-Rat entscheidet über Zinserhöhung

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EZB-Chefin Christine Lagarde

Steht unter Druck, entschlossen zu handeln: EZB-Chefin Christine Lagarde.

(Foto: Daniel Roland/dpa)

Wird es ein viertel oder doch ein halber Prozentpunkt? Die Notenbanker stehen angesichts einer Rekordinflation gewaltig unter Druck. Kurz nach 14 Uhr soll die Entscheidung verkündet werden.

In den vergangenen sechs Jahren waren jene Donnerstage, an denen die Europäische Zentralbank in ihrem Tower in Frankfurt tagte, kein Termin, an dem neue Zahlen verkündigt worden. Bereits seit dem 16. März 2016 liegt der Leitzins im Euroraum bei 0,0 Prozent. Eine Erhöhung der Leitzinsen hat es seit 2011 nicht mehr gegeben.

An diesem Donnerstag steht nun der Vollzug der Zinswende an. Die EZB, so viel steht fest, wird die Leitzinsen anheben. Unklar ist, ob es bei dem zuvor in Aussicht gestellten 0,25 Prozentpunkt bleibt oder ob die Leitzinsen um gleich einen halben Prozentpunkt angehoben werden. Letzteres wäre ein besonders deutliches Signal zur Bekämpfung der im Euroraum auf 8,6 Prozent hochgeschnellten Inflation. Es birgt aber die Gefahr, den angesichts von Corona-Krise und dem Krieg in der Ukraine wackeligen Aufschwung abzuwürgen und die europäische Wirtschaft in eine noch größere Krise zu stürzen.

Von 9 Uhr an tagen die Notenbankerinnen und Notenbanker in Frankfurt. Um 14.15 Uhr soll die Entscheidung verkündet werden, anschließend ist ein Statement von EZB-Chefin Christine Lagarde angesetzt.

Kritiker werfen der Zentralbank vor, die Zinswende zu spät einzuleiten. Der Druck auf die Währungshüter ist groß, einen möglichst großen Zinsschritt zu gehen. "Wenn sich die Inflationsaussichten nicht verbessern, werden wir über ausreichende Informationen verfügen, um schneller zu handeln", hatte Lagarde Ende Juni gesagt. Der Prozess der Normalisierung der Geldpolitik werde "entschlossen und nachhaltig fortgesetzt werden". Für ihre Sitzung am 8. September hat die EZB bereits einen weiteren Zinsschritt in Aussicht gestellt.

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