Erneuerbare Energien:Der Antrag wird gestellt, wenn die Heizung läuft

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Die Zeitschrift "Finanztest" rät, sich vor der Entscheidung für eine Solarthermieanlage an einen von Bafa und KfW anerkannten Sachverständigen zu wenden. Er macht einen Heizungscheck, hilft bei der Auswahl des passenden Systems und berechnet die erforderliche Größe der Heizung. Eine solche Beratung wird von dem Bafa mit 800 Euro gefördert. Den Förderantrag stellt der Experte selbst.

Haus- und Wohnungseigentümer, die auf Solarthermie umrüsten, beantragen Zuschüsse direkt beim Bafa. Anträge lassen sich im Internet herunterladen. Spätestens neun Monate nach Inbetriebnahme der neuen Heizung muss der Förderantrag eingereicht werden, einschließlich aller Rechnungen und einer Fachunternehmer-Erklärung der Firma. Nach etwa sechs Wochen, so die Auskunft des Bafa, werden die Zuschüsse überwiesen.

Auch für Unternehmen gibt es Geld

Neben privaten Hauseigentümern fördert das MAP auch Unternehmen und Kommunen, die in Solarthermie investieren, um ihren Wärme- oder Kältebedarf zu decken. Die jüngste Novelle des MAP diente gerade dazu, das Programm noch stärker für den gewerblichen Bereich zu öffnen. Schließlich soll sich die Energiewende im Wärmemarkt künftig noch stärker auch in den Betrieben abspielen. Kleine und mittelgroße Unternehmen können deshalb vom MAP intensiv profitieren: Sie erhalten in dem auf Unternehmen zugeschnittenen und von der KfW betreuten Teil des Programms einen sogenannten KMU-Bonus von zusätzlich zehn Prozent des Förderbetrags. Wichtig: Betriebe müssen Förderanträge für Solarthermieanlagen vor Einbau der Anlage einreichen - über ihre Hausbank direkt bei der KfW.

Der Weg zur Energiewende ist weit. Das zeigt ein Blick auf die im vergangenen Jahr durch das MAP per Investitionszuschuss geförderten Anlagen: Insgesamt waren dies 38 200 in bestehenden Ein- und Zweifamilienhäusern, darunter 17 000 Solarkollektoranlagen. Der Rest waren Biomassekessel und Wärmepumpen.

Immerhin wurden etwa 68 000 neue Anträge eingereicht. Die KfW sagte 2015 gut 1500 zinsgünstige Darlehen zu und registrierte knapp 1400 neue Förderanträge. Seit seiner Auflegung im Jahr 2006 hat das MAP einiges bewegt. Bei Zuschüssen von etwa 2,4 Milliarden Euro wurden Investitionen in Höhe von 13,1 Milliarden Euro in die Errichtung von Anlagen, Wärmenetzen und -speichern zur Nutzung erneuerbarer Energien initiiert.

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