Energiesparen EU verbietet Verkauf vieler Halogen-Lampen

Ab Donnerstag werden Halogen-Spots für den 230-Volt-Betrieb aussortiert.

(Foto: Prisma )

Von Donnerstag an gibt es viele 230-Volt-Halogenleuchten nicht mehr im Laden. Die Verbraucher sollen auf sparsame LED-Lampen umsteigen.

Von Stephan Radomsky

In der Küche, im Bad, im Flur, in den Decken verbaut oder unter Schränken: Halogen-Spots verströmen zwar bisweilen den Charme der Neunzigerjahre, in vielen Wohnungen aber nach wie vor auch das Licht. Noch. Denn von diesem Donnerstag an wird es viele dieser Lampen nicht mehr in ihrer gewohnten Form zu kaufen geben, zum 1. September verschwinden sogenannte 230-Volt-Halogenlampen mit Reflektor vom Markt. So will es die EU, weil die alten Lampen zu viel Strom fressen. Verkauft werden dürfen dann nur noch effizientere Halogenlampen für den Zwölf-Volt-Betrieb - und vor allem LED-Spots.

Das Verbot ist Teil der neuesten Stufe der Ökodesign-Richtlinie der EU, mit der bereits seit 2009 unter anderem ineffiziente Lampen nach und nach vom Markt verbannt werden. Das bisher prominenteste Opfer: die klassische Glühbirne. Europas Haushalte sollen durch moderne Technik Strom sparen und so helfen, die Klimaschutzziele der EU zu erreichen, so der Plan. Und nebenher sollen auch noch die Kosten für die Verbraucher sinken.

Etwa acht Prozent ihres jährlichen Stromverbrauchs stecken die deutschen Haushalte nach Daten des Branchenverbands BDEW in die Beleuchtung. Für dieses Jahr bedeutet das, dass ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt insgesamt gut 80 Euro für seinen Licht-Strom bezahlen wird, hinzu kommen dann noch die Kosten für den Kauf der Lampen.

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25 Euro - statt 190

Entsprechend hohe Einsparungen könnten durch die Umstellung auf moderne LED-Lampen für die Verbraucher drin sein: Einerseits, weil die modernen Spots viel weniger Strom verbrauchen als die alten Halogen-Lampen. Andererseits, weil die LEDs auch deutlich länger halten.

Trotz der höheren Anschaffungskosten für die LED-Technik kann ein deutscher Haushalt über einen Zeitraum von zehn Jahren seine Kosten für Halogen-Licht so von insgesamt mehr als 190 auf nicht einmal 25 Euro senken, hat der europäische Umweltschutz-Dachverband EEB berechnet. In der Summe enthalten sind sowohl die Kosten für den Strom als auch der Kaufpreis für die Lampen.

Gnadenfrist für nicht gerichtete Halogenlampen

Anders als Energiesparlampen brauchen LED-Leuchten keine "Aufwärmphase", bis sie ihre volle Leistung bringen. Zugleich verbrauchen sie etwa 85 Prozent weniger Energie als herkömmliche Glühlampen, weil sie nicht den Großteil des Stroms in nutzlose Wärme anstatt des gewünschten Lichts umwandeln.

Ursprünglich hatte die EU-Kommission sogar geplant, zum 1. September alle Halogen-Lampen für den 230-Volt Betrieb zu verbieten - also auch solche, die als Glühbirnen-Ersatz in die Stehlampe geschraubt werden können. Davon war die Brüssler Behörde allerdings im vergangenen Herbst wieder abgerückt. Nun dürfen solche "nicht gerichteten" Halogenlampen noch für zwei weitere Jahre in den Regalen liegen. In der Zwischenzeit, so die Argumentation der EU-Kommission, könnten die Verbraucherpreise für LED-Glühlampen weiter sinken.

Umweltschützer wie das EEB und der Bund für Umwelt und Naturschutz beklagen dagegen, dass den Haushalten durch die Verzögerung europaweit Strom-Mehrkosten in Milliardenhöhe drohten. Auch das Kaufpreis-Argument zähle nicht: Schon heute zahlten sich LED-Lampen allein durch die Energieersparnis in unter einem Jahr aus.

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