Energie - Kiel:Minister: Schleswig-Holstein bei Windenergie-Ausbau vorn

Deutschland
Jan Philipp Albrecht (Bündnis 90/Die Grünen), Umweltminister von Schleswig Holstein, sitzt im Landtag. Foto: Axel Heimken/dpa (Foto: dpa)

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Kiel (dpa/lno) - Beim Ausbau der Windenergie an Land sieht sich Schleswig-Holstein wieder als Vorreiter in Deutschland. Mit der Genehmigung von 102 neuen Anlagen mit einer Gesamtleistung von 421 Megawatt von Januar bis September liege der Norden bundesweit vorn, teilte das Energieministerium am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur mit. Demnach folgen Niedersachsen (393 Megawatt), Brandenburg (352) und Nordrhein-Westfalen (305). Das Ressort berief sich auf Zahlen der Fachagentur Windenergie.

In den vergangenen Jahren war der Ausbau der Windenergie im Norden wie in ganz Deutschland ins Stocken geraten. Wegen eines Gerichtsurteils musste das Land neue Planungsgrundlagen schaffen. Dies steht kurz vor dem Abschluss. Im vergangenen Jahr wurden in Schleswig-Holstein 59 Windkraftanlagen an Land mit einer Gesamtleistung von 231 Megawatt genehmigt.

"Trotz der bundesweit schlechten Bedingungen haben wir bei der Windkraft im Land eine klare Trendwende eingeleitet", sagte Energieminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) der dpa. "Die Genehmigungszahlen steigen deutlich an, die Stimmung in der Branche hellt sich auf." Mit dem Abschluss der Windplanung zum Jahresende werde die Windkraft noch einmal einen deutlichen Schub bekommen.

Jetzt müsse der Bund liefern und die Rahmenbedingungen für den Ausbau der Erneuerbaren deutlich verbessern, sagte Albrecht. Vordringlich sei dabei eine grundlegende Reform des gesamten Systems der Abgaben und Umlagen im Energiebereich. Gleichzeitig müsse sie wichtige Eckpunkte für ein ökologisch ausgerichtetes Konjunkturprogramm nach der Corona-Krise beinhalten.

Zurückhaltend reagierte der Bundesverband Windenergie auf die Genehmigungszahlen. "Zwar ist Schleswig-Holstein tatsächlich Spitzenreiter im Ländervergleich, ein Erfolg ist das aber nicht", kommentierte Landesgeschäftsführer Marcus Hrach. Dem Land sei zwar bei den Genehmigungszahlen eine Trendwende gelungen. Es führe das Länderranking aber nur an, weil die Zahlen in anderen Ländern noch schlechter seien und nicht, weil hier besonders viel genehmigt worden sei.

"Bei allen Bemühungen von Jamaika ist eine konkrete Folge der zögerlichen Genehmigungspolitik der Kieler Koalition in den letzten Jahren, dass nur fünf Windanlagen mit insgesamt 14 Megawatt Leistung in Schleswig-Holstein im ersten Halbjahr 2020 gebaut werden konnten", sagte Hrach. Wenn das Land sein energiepolitisches Ziel erreichen möchte, brauche es mindestens einen Netto-Ausbau ab 2021 von jährlich 640 Megawatt Windenergie an Land.

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