Panama Papers Was über Emma Watson in den Panama Papers steht

Weltweit bekannt: Schauspielerin Emma Watson

(Foto: Eduardo Munoz/Reuters)
  • Die Schauspielerin kaufte über eine Briefkastenfirma eine Immobilie. Sie wollte auf diese Weise ihre Privatsphäre schützen, sagte ein Sprecher.
  • In Großbritannien sollen Hausbesitzer sich künftig nicht mehr hinter Offshore-Konstruktionen verstecken können.
Von Sara Schurmann und Vanessa Wormer

In brenzligen Situationen wirft sich der Zauberer Harry Potter im gleichnamigen Film und Buch gerne einen Tarnumhang um und ist dann für seine Feinde unsichtbar. Offenbar nutzte auch Emma Watson, die in den Potter-Filmen die Hermine spielt, eine Tarnung: Wie jetzt durch die Panama Papers bekannt wurde, ist die britische Schauspielerin Eigentümerin einer Briefkastenfirma auf den Britischen Jungferninseln. Das bestätigte ihr Sprecher Luke Windsor der Nachrichtenagentur DPA.

Der Name der Firma klingt fast lyrisch: Falling Leaves - fallendes Laub. Laut ihrem Sprecher sei es der einzige Zweck der Firma gewesen, "ihre Anonymität und ihre Sicherheit" zu gewährleisten: "Emma hat absolut keinerlei steuerlichen oder finanziellen Vorteile aus dieser Überseefirma."

Gemäß den internen Unterlagen der Kanzlei Mossack Fonseca, die der SZ vorliegen, nutzte die damals 23-jährige Watson die 2013 gegründete Briefkastenfirma, um eine Immobilie in Großbritannien zu erwerben und zu halten. Der Wert der Firma beträgt laut der Panama Papers mehr als eine Million US-Dollar.

Es ist nicht ungewöhnlich und auch legal, dass Prominente so Immobilien kaufen

Die Argumentation des Sprechers geht so: Wenn die Schauspielerin die Immobilie auf ihren Namen erworben hätte, wäre das über das Immobilienregister nachvollziehbar gewesen. Dasselbe gilt, wenn sie eine britische Firma genutzt hätte, da in Großbritannien die Anteilseigner von Firmen öffentlich einsehbar seien. Daher habe sie sich für eine anonyme Briefkastenfirma entschieden, mit der sich der Eigentümer einer Immobilie verschleiern lässt.

Emma Watson hat durch ihr Engagement als UN-Sonderbotschafterin für Frauen- und Mädchenrechte eine öffentliche Vorbildfunktion. Der Besitz einer Briefkastenfirma in einer Steueroase scheint nicht in dieses Bild zu passen - jedenfalls auf den ersten Blick. Tatsächlich ist es nicht ungewöhnlich - und auch legal -, dass Prominente über Offshore-Strukturen Immobilien kaufen.

Allerdings hat gerade Großbritannien ein Problem mit Strohmann-Konstruktionen im Immobilienbereich. Immer wieder werden Fälle bekannt, in denen auch korrupte Politiker und Geschäftsleute die Anonymität ausnutzen und ihr Schwarzgeld in britische Immobilien investieren. David Cameron möchte dieses Einfallstor für Geldwäsche bekämpfen; künftig sollen in England und Wales agierende ausländische Gesellschaften ihre wahren Eigentümer offenlegen. Dann wäre auch Emma Watsons Grundstückskauf nicht geheim geblieben.

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