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Auto:General Motors - von der Pleite zum Börsenstar

Gerade einmal 16 Monate nach der Insolvenz setzt General Motors positive Maßstäbe. Der Börsengang ist rekordverdächtig. US-Präsident Obama spricht von einem "Meilenstein".

Nikolaus Piper, New York

General Motors (GM) stellt sich auf einen großen Erfolg beim Börsengang ein. Trotz eines insgesamt schwachen Börsenumfeldes kündigte das US-Unternehmen an, es werde an diesem Donnerstag 478 Millionen Aktien anbieten, 30 Prozent mehr als zunächst geplant.

General Motors kehrt an die Börse zurück

Eine US-Flagge weht vor der Zentrale des US-Automobilkonzerns General Motors (GM) in Detroit: Der Autohersteller demonstriert wieder Größe.

(Foto: dpa)

Wegen der hohen Nachfrage verlangt GM den maximal möglichen Preis für seine Stammaktien, das sind 33 Dollar das Stück. Am Ende könnte GM damit den bisherigen globalen Spitzenreiter bei Börsengängen in den Schatten stellen. Die Agricultural Bank of China hatte im Sommer 22,1 Milliarden Dollar eingenommen, im Falle von GM wird nun mit Einnahmen von 22,7 Milliarden Dollar gerechnet. Die Gesamtsumme des GM-Börsengangs liegt damit fast anderthalb mal so hoch wie ursprünglich geplant. Zwischenzeitlich hatte GM sowohl die Preisspanne als auch die Zahl der Aktien erhöht. Die Mehreinnahmen fließen vor allem in die US-Staatskasse. Sie füllt sich um 13,6 Milliarden Dollar, wenn die Investoren alle angebotenen Aktien abnehmen.

Außerdem sollen Vorzugsaktien im Wert von insgesamt vier Milliarden Dollar ausgegeben werden. Der Erlös kommt dem Autohersteller direkt zugute. Zunächst hatte General Motors den Verkauf von lediglich 365 Millionen Aktien in einer Preisspanne von 26 bis 29 Dollar geplant.

Die Nachfrage nach GM-Aktien war wesentlich größer, als das Unternehmen und die begleitenden Investmentbanken erwartet hatten. Mehrere ausländische Staatsfonds wollen sich angeblich an dem einst größten Autobauer der Welt mit einer Milliarde Dollar beteiligen.

Geordneter Konkurs von GM erst im Juni 2009

Weitere 500 Millionen Dollar sollen von Chinas größtem Autokonzern SAIC kommen, mit dem General Motors bereits zusammenarbeitet. Die Erstnotiz ist für Donnerstag an der New York Stock Exchange und an der Börse Toronto in Kanada geplant.

Die amerikanische Regierung hatte das Traditionsunternehmen im Juni vorigen Jahres in den geordneten Konkurs geschickt und mit Staatshilfen von 50 Milliarden Dollar vor dem Zusammenbruch bewahrt. Sie ist jetzt mit einem Aktienanteil von mehr als 60 Prozent der größte Eigentümer von GM. Durch den Börsengang könnte sich der Staatsanteil auf 35 Prozent verringern. Weitere Eigentümer von General Motors sind die kanadische Regierung, die dortige Provinz Ontario, die Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) und die Gläubiger der Opel-Mutter.

Präsident Barack Obama kommentierte den Börsengang von GM positiv. Die Rückkehr des Autokonzerns an die Börse zeige, dass es richtig gewesen sei, das Unternehmen mit Staatshilfen zu unterstützen, sagte Obama. Der Schritt sei ein "Meilenstein" in der wirtschaftlichen Trendwende nicht nur für die Kultmarke GM, sondern für die gesamte US-Autoindustrie. Die Regierung werde sich damit weiter aus dem Unternehmen zurückziehen und den "Steuerzahler schützen".

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