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Deepwater Horizon: Transocean:Mit Sicherheit gut bezahlt

Wenn Statistik auf Wirklichkeit trifft: Für Transocean war 2010 das sicherste Jahr der Geschichte - die Manager bekommen Boni. Dummerweise war der Konzern für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko mitverantwortlich.

Es war die größte Öl-Katastrophe in der Geschichte der USA: Elf Menschen starben und etwa 780 Millionen Liter Rohöl flossen ins Meer, als die Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" im April vergangenen Jahres im Golf von Mexiko explodierte. Dennoch hat einer der Betreiber der Plattform das Jahr 2010 als das sicherste der Firmengeschichte ausgewiesen - und seinen Managern üppige Boni gezahlt.

Transocean war eine der Firmen, die die explodierte Ölplattform "Deepwater Horizon" betrieben hatte. Hier im Bild: Versuche, mit kontrollierten Feuern, den Ölteppisch unter Kontrolle zu kriegen.

(Foto: AFP)

Das Schweizer Ölbohrunternehmen Transocean, das die Plattform zusammen mit dem britischen Ölkonzern BP und der amerikanischen Firma Halliburton betrieben hatte, schreibt im Geschäftsbericht für 2010, dass die Gesamtzahl der Zwischenfälle sehr gering war.

"Trotz des tragischen Verlusts an Menschenleben im Golf von Mexiko haben wir eine vorbildliche statistische Sicherheitsbilanz, gemessen an der gesamten verzeichneten Unfallrate und der potenziellen Schwere der Vorfälle", teilte das Unternehmen mit. Dies sei das Ergebnis der Bemühungen, "überall und jederzeit Zwischenfälle zu vermeiden."

Die Zahl der tatsächlichen und möglichen Vorfälle auf den Ölplattformen des Unternehmens sei trotz der Katastrophe so niedrig gewesen wie noch nie. Von der geringen Zahl der Unfälle bei Transocean profitieren laut Geschäftsbericht vor allem die Manager. Die Höhe ihrer Bonuszahlungen bemisst sich unter anderem nach der Erfüllung der Sicherheitsanforderungen.

Die amerikanische Zeitung Daily News schreibt, allein Steve Newman, der Chef des Unternehmens, hätte einen Bonus von 374.062 Dollar erhalten und zwar als Teil einer Gesamtvergütung von 5,8 Millionen Dollar. Aber auch bei anderen Managern im Unternehmen hätte es einen Anstieg der Bezüge gegeben.

BP gibt nach Angaben der Zeitung Transocean eine Mitschuld an dem Desaster. Das britische Ölunternehmen hatte im März angekündigt, einigen seiner Manager wegen der Katastrophe im Golf von Mexiko keine Boni zu zahlen. Eine US-Regierungskommission hatte den beteiligten Unternehmen "massive Managementfehler" vorgeworfen.

Transocean ist der größte Hochsee-Ölbohrkonzern weltweit. Das auf tiefe Bohrungen spezialisierte Unternehmen hat mehr als 18.000 Mitarbeiter und besitzt rund 140 Bohranlagen. Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen 9,6 Milliarden US-Dollar um, der Konzerngewinn betrug 961 Millionen Dollar.