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IT-Panne:Schon wieder Probleme bei der Commerzbank

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt

Ein Mann geht am Logo der Commerzbank AG in der Zentrale des Geldhauses vorbei.

(Foto: dpa)
  • Seit dem frühen Freitagmorgen hatten Kunden der Commerzbank Probleme, auf ihr Online-Banking zuzugreifen.
  • Der Grund für die Störung ist bisher unklar, erst am Nachmittag konnten die Probleme behoben werden.
  • Für das Geldinstitut ist es die zweite größere Panne innerhalb weniger Wochen.

Viele Commerzbank-Kunden dürften an diesem Freitag ein böses Déjà-vu gehabt haben. Seit den frühen Morgenstunden konnten sie nicht auf ihr Online-Banking zugreifen, weder über einen Laptop, noch über ihr Smartphone. Stattdessen poppte eine Meldung auf, die besagte, es würde ein Fehler vorliegen. Außerdem konnten einige Kunden kein Geld abheben - weder an einem Automaten, noch bei der Bank selbst. Und auch wer versuchte, in Geschäften zu zahlen, kam teilweise in die Bredouille: Einige Karten wurden dort am Freitagmorgen nicht akzeptiert. Erst am Nachmittag konnte die Commerzbank die Probleme beheben und die Kunden wieder auf das Online-Banking zugreifen. Auch die Zahlungen mit Karte funktionieren seit etwa 14 Uhr wieder.

Die ersten Meldungen über eine vermeintliche Störung tauchten bereits am frühen Freitagmorgen auf, im Laufe des Vormittags kamen immer mehr dazu. Das Portal Finanz-Szene hatte zuerst darüber berichtet. Bis um kurz vor halb zehn gab es fast 2000 Commerzbank-Kunden, die aktiv eine Störung gemeldet hatten. Die meisten von ihnen geben Probleme beim Online-Banking als Grund an, von den Schwierigkeiten bei Kartenzahlungen ist hingegen nur ein Teil der Kunden betroffen.

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Auf Facebook und Twitter beschweren sich zudem Dutzende Kunden, sie seien zahlungstechnisch komplett abgeschnitten und könnten ihr Konto für nichts mehr nutzen. Nach längerem Schweigen teilte die Commerzbank auf Facebook um kurz vor zehn Uhr mit, dass es aufgrund einer IT-Panne zu "Konsequenzen" kommen würde, die unter anderem das Online-Banking und die Kartenzahlungen betreffen würden. "An der Lösung wird mit Hochdruck gearbeitet", heißt es weiter. Was der Grund für die Störung ist, lässt sich jedoch auch über die sozialen Netzwerke oder die Commerzbank-Hotline nicht in Erfahrung bringen.

Der Grund für die Störung ist bisher nicht bekannt, auch nicht, warum die Behebung der Störung so lange dauerte. Dementsprechend wütend waren und sind die Kunden des Geldinstituts. Einige konnten am Morgen an Bahnhöfen, Flughäfen, beim Einkauf oder auch beim Tanken nicht bezahlen. Auf Facebook und diversen anderen Online-Portalen machen sie ihrem Ärger Luft, nennen die Commerzbank "unfähig" und geben an, die Bank wechseln zu wollen, "wenn das so weitergehe".

Tatsächlich ist es bereits die zweite Störung bei der Commerzbank innerhalb weniger Wochen. Erst zum vergangenen Monatswechsel hatte ein Großteil der Kunden Ärger mit dem Geldinstitut. Egal ob Daueraufträge, Lastschriften oder offene Rechnungen: Bei vielen Kunden wurde alles abgeblockt, nur wenige Zahlungen gingen raus. Firmen oder Privatpersonen, die Commerzbank-Kunden etwa per Überweisung Geld schicken wollten, sahen in vielen Fällen sogar eine Fehlermeldung, dass das entsprechende Konto nicht existiere. Im Nachgang mussten viele Überweisungen erneut vorgenommen werden, was für einige Kunden Mahngebühren nach sich zog, weil sie Rechnungen zu spät bezahlten. Andere mussten in ihren Firmen nachfragen, ob ihr Gehalt bereits überwiesen wurde - denn auch dort hätte es Fehlermeldungen geben können, dass das Konto eines Mitarbeiters nicht existiere.

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