bedeckt München 29°

Chinesen sichern sich Saab-Technik:Filetiert und demontiert

China will künftig wettbewerbsfähige Autos herstellen. Deswegen kauft der Staatskonzern BAIC wichtige Produktionsteile des insolventen Herstellers Saab. Sie sollen im Reich der Mitte zum Einsatz kommen.

Ausverkauf bei Saab: Der staatliche chinesische Autokonzern BAIC übernimmt große Teile der Maschinen und Baupläne der schwedischen GM-Tochter. Die Chinesen kaufen Rechte an der Motor- und Getriebetechnik der beiden wichtigsten laufenden Modelle, wie BAIC am Montag mitteilte.

Die Marke Saab galt lange Zeit als Beispiel für ungewöhnliches Design und technische Innovation, brachte GM aber fast nur Verlust.

(Foto: Foto: dpa)

Außerdem werden die Produktionsanlagen für das große Saab-Modell 9-5 in Schweden abgebaut und nach China gebracht, wo BAIC-Autos darauf entstehen sollen. Der Kaufpreis blieb geheim.

Für den Rest von Saab, vor allem für die Markenrechte, ist General Motors (GM) in Gesprächen mit einem weiteren Interessenten, wie eine über die Vorgänge informierte Person am Sonntag mitgeteilt hatte.

Zukunft erschien ungewisser denn je

Ende November hatte der skandinavische Sportwagenbauer Koenigsegg sein Übernahmeangebot für Saab zurückgezogen. Die Zukunft von dessen 4500 Beschäftigten schien damit ungewisser denn je.

GM hat bereits mit dem Abverkauf der Lagerbestände begonnen und seinen Rückzug angekündigt. Zudem hatte der US-Konzern mitgeteilt, den defizitären schwedischen Hersteller entweder verkaufen oder schließen zu wollen.

Der Verkauf der Produktionsstraße an die Chinesen erleichtert GM die Trennung von Saab, denn dadurch wird der verbliebenen Rest billiger. Dabei geht es vor allem um die Markenrechte, die Fabrik im schwedischen Trollhättan und die fertig entwickelte neue Generation des Modells 9-5, die im kommenden Jahr auf den Markt kommen sollte.

Technik gilt als überholt

Die an die Chinesen verkaufte Technik gilt als überholt. Das aktuelle Modell 9-5 wurde bereits in den 90er Jahren entwickelt. Dennoch gilt der veraltete Saab als besser als bisher von chinesischen Autobauern aus eigener Kraft entworfene Autos.

Chinesische Autobauer arbeiten zur Zeit mit Hochdruck daran, weltmarkttaugliche Wagen an den Start zu bringen. General Motors hatte Saab im Jahr 2000 zu 100 Prozent übernommen.

Der schwedische Hersteller galt lange Zeit als Beispiel für ungewöhnliches Design und technische Innovation, brachte GM aber fast nur Verlust. Deshalb führte GM Saab näher an seine deutsche Tochter Opel heran, dessen erfolgreiches Modell Insignia die Basis des kommenden 9-5 ist, nicht aber der an die Chinesen verkauften Technologie.

In Deutschland hat Saab 104 Händler und setzte hier vergangenes Jahr 3.800 Autos ab, neun Prozent weniger als 2007. Im laufenden Jahr bracht der Absatz noch einmal um 66 Prozent ein.