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Glyphosat-Verfahren:Bayers Monsanto-Bilanz wird immer verheerender

Bayer will Milliarden in Glyphosat-Alternativen investieren

Firmen-Logo in der Bayer-Zentrale.

(Foto: Oliver Berg/dpa)

Der Konzern kommt in den Glyphosat-Verfahren billiger davon - in der Sache aber geben die Richter den Klägern recht.

Nach den Fällen Dewayne Johnson und Ed Hardeman hat eine kalifornische Richterin nun auch in einem dritten Glyphosat-Verfahren das Strafmaß für die Bayer-Tochter Monsanto deutlich gekürzt. Statt mehr als zwei Milliarden Dollar soll das Ehepaar Pilliod noch eine Entschädigung von knapp 87 Millionen Dollar erhalten. Aus Sicht von Bayer ist das eine gute Nachricht, der Konzern kommt billiger davon.

Es gibt jedoch auch eine schlechte Nachricht, und die wiegt sehr viel schwerer als die gute: Das Verfahren wird nicht wie von Bayer gewünscht neu aufgerollt. In der Sache selbst geben die Richter den Klägern recht. Einer sprach sogar von einem "verwerflichen" Verhalten des Konzerns. Ein Freispruch für Monsanto ist damit in weite Ferne gerückt.

Jeder an Krebs erkrankte Mensch ist ein Einzelfall

In den USA sind allein bis Mitte April mehr als 13 000 Klagen eingereicht worden. Im Halbjahresbericht, den Bayer am kommenden Dienstag vorlegt, dürfte die Zahl noch einmal gestiegen sein. Es wäre allerdings zu einfach, die Zahl der Fälle schlicht mit dem Strafmaß zu multiplizieren. Jeder an Krebs erkrankte Mensch, der sein Leiden Unkrautvernichtern mit dem Wirkstoff Glyphosat zuschreibt, ist ein Einzelfall, deshalb gehen auch die Schätzungen so weit auseinander. Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten schätzen, dass allein die Klagen in den USA den Konzern 2,5 bis 20 Milliarden Dollar kosten könnten . Bayer will sich wehren, verweist auf Studien und hält die Urteile für falsch. Die Verfahren können sich über Jahre hinziehen. Es werden Jahre der Unsicherheit für den Konzern und seine gut 116 000 Beschäftigten.

Die bisherige Bilanz der Übernahme von Monsanto ist dennoch verheerend - und wird immer verheerender. Vorstandschef Werner Baumann und seine Kollegen haben Werte in Milliardenhöhe zerstört. An der Börse ist der Konzern gerade noch knapp 56 Milliarden Euro wert - in etwa so viel, wie Bayer für Monsanto gezahlt hat.

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