Unicredit:Übernahme von Monte dei Paschi gescheitert

FILE PHOTO: Banca Monte dei Paschi's headquarters in Siena, Italy

Zentrale der Bank Monte dei Paschi in Siena.

(Foto: Stefano Rellandini/REUTERS)

Die Verhandlungen zur Rettung der italienischen Bank sind abgebrochen worden. Regierung gerät nun wegen der Vereinbarungen mit der EU unter Zeitdruck und sucht einen Plan B.

Der mögliche Verkauf der verstaatlichten italienischen Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) an den Rivalen Unicredit ist geplatzt. Die Verhandlungen seien abgebrochen worden und würden auch nicht mehr fortgesetzt, teilten Unicredit und das Wirtschaftsministerium am Sonntagabend mit. Nach Angaben eines Insiders führten deutlich unterschiedliche Vorstellungen über finanzielle Aspekte des Deals zum Scheitern.

Das Aus erschwert die Bemühungen von Ministerpräsident Mario Draghi, die 2017 mit Steuer-Milliarden vor der Pleite gerettete Monte Paschi wie mit der EU vereinbart bis Mitte 2022 wieder zu verkaufen und dazu bis Jahresende einen Plan vorzulegen. Zudem muss die Regierung eine Genehmigung aus Brüssel einholen, mehr Geld in die Krisenbank pumpen zu dürfen, ohne ein Szenario für den Ausstieg des Staates bei der MPS zu haben.

Reuters hatte bereits am Samstag berichtet, die Gespräche stünden nach monatelangen Verhandlungen vor dem Scheitern. Grund sei der Streit über eine kostenträchtige Rekapitalisierung der MPS, hatten Insider gesagt. Italien hatte die älteste Bank der Welt 2017 mit 5,4 Milliarden Euro vor dem Kollaps gerettet und hält seitdem 64 Prozent der Anteile. Die Regierung hatte seit langem eine Fusion mit einem stärkeren Partner als beste Lösung für die toskanische Bank gesehen.

Die toskanische Bank könnte nun eigenständig bleiben

Eine mit der Sache vertraute Person sagte Reuters am Sonntag, die Unicredit habe gefordert, dass der Staat angesichts erforderlicher Korrekturen in den Büchern der MPS weitere 6,3 Milliarden Euro in die Monte Paschi stecken müsse. Das Finanzministerium habe dies in der Größenordnung abgelehnt. Zudem habe Unicredit die Teile der MPS, die sie habe kaufen wollen, mit nur 1,3 Milliarden Euro bewertet. Das Finanzministerium sei von 3,6 bis 4,8 Milliarden Euro ausgegangen. Somit hätten die Forderungen der Unicredit das Ziel der Regierung durchkreuzt, die MPS nicht unter Wert zu verkaufen.

Die Unicredit wollte sich zu den Angaben nicht äußern. Ein Insider sagte, die Regierung könnte nun einen "Plan B" ausarbeiten. "Der gleiche Rahmen, der der Unicredit angeboten wurde, könnte auf einen 'Standalone'-Plan angewendet werden", sagte er. Die Regierung habe mögliche Vorteile einer Eigenständigkeit der MPS geprüft, bei der das Finanzministerium Teile der Maßnahmen umsetzen würde, die auch Unicredit angeboten worden seien - einschließlich einer Kapitalerhöhung von mehreren Milliarden Euro. Die Regierung werde dazu wahrscheinlich das Management bei Monte Paschi umbauen und die faulen Kredite der MPS an die staatliche Auffanggesellschaft Amco übertragen.

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