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Banken - Frankfurt am Main:Frankfurter Volksbank: Keine Streichliste bei Filialen

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Die Frankfurter Volksbank hat mit dem Abschluss zweier Fusionen ihre Position als zweitgrößte Volksbank Deutschlands gefestigt. Am dichten Filialnetz im Rhein-Main-Gebiet will der Vorstand des gewachsenen Instituts nicht grundsätzlich rütteln: "Wir haben keine Streichliste, die über die nächsten Jahre abgearbeitet werden muss", versicherte die Vorstandsvorsitzende Eva Wunsch-Weber am Dienstag. "Aber wir beobachten dezidiert, zu welchen Filialen unsere Kunden strömen und wo der Besuch abnimmt."

Der Zusammenschluss mit den deutlich kleineren Häusern Vereinigte Volksbank Maingau und Volksbank Griesheim wurde zum Jahreswechsel 2018/19 abgeschlossen. Das gemeinsame Institut betreibt 99 (2017: 113) Geschäftsstellen und 67 (58) Selbstbedienungsstellen. Das genossenschaftliche Haus setze auch auf Zusammenarbeit mit Sparkassen, "um gemeinsam an weniger frequentierten Standorten für unsere Kunden erreichbar zu sein", führte Wunsch-Weber aus. Die Bank sei zudem offen für weitere Fusionen, es gebe im Moment aber "keinen Partner, der konkret mit uns spricht", sagte Wunsch-Weber.

Während die Mitarbeiterzahl der erweiterten Frankfurter Volksbank von 1716 auf 1658 Ende vergangenen Jahres zurückging, verbreiterte sich die Kundenbasis binnen Jahresfrist von gut 602 500 auf 604 000. Mit digitalen Angeboten und einer Ideenplattform ("FVB-Future-Forum") will das Institut verstärkt auch jüngere Kunden gewinnen.

Die Fusionskosten in Höhe von neun Millionen Euro verbuchte die Frankfurter Volksbank komplett im Jahr 2018, was das Jahresergebnis belastete. Das Betriebsergebnis nach Bewertung lag mit 90,1 Millionen Euro um fast ein Viertel (22,3 Prozent) unter dem Vorjahreswert. Mit einer nochmals um einen Prozentpunkt auf 20,7 Prozent gesteigerten Kernkapitalquote sieht sich die Frankfurter Volksbank aber auch in einem weiterhin herausfordernden Umfeld bestens gerüstet.