Autobauer erhält Gläubigerschutz Letzte Chance für Saab

Hat der marode schwedische Autobauer Saab noch eine Zukunft? Die Gewerkschaften wollen ihn in die Insolvenz treiben, damit die Angestellten endlich ihr Geld bekommen. Jetzt ermöglicht ein Gericht der Konzernführung doch noch einen Ausweg - die muss auf Geld aus China hoffen.

Es dürfte die letzte Gnadenfrist für Saab sein: Ein Berufungsgericht gewährte dem schwedischen Autobauer Gläubigerschutz, was eine niedere Instanz zuvor abgelehnt hatte. Damit hat das Unternehmen Zeit gewonnen, sich neues Geld zu besorgen - und ist vorerst immun vor den Insolvenzanträgen der Gewerkschaften, die so die Auszahlung ausstehender Gehälter erzwingen wollen.

Letzte Chance Gläubigerschutz: Fahnen vor dem Saab-Werk in Trollhättan.

(Foto: AFP)

Die 3500 Arbeiter im Stammwerk Trollhättan warten nämlich nach wie vor auf ihre Gehälter für August. Die hatte das Unternehmen nicht mehr zahlen können. Saab ist pleite, die Produktion liegt seit fast einem halben Jahr still. Als einzige Hoffnung auf ein Überleben gilt nun die schnelle Bereitstellung von Kapital. Das haben zwei chinesische Autohersteller bereits zugesagt.

Der schwedische Gläubigerschutz schützt Unternehmen vor Insolvenzanträgen. Saab kannn sich nun Geld beschaffen und sich neu organisieren - mit einem Zwangsverwalter an der Spitze.

In den vergangenen Tagen hatten sich die Ereignisse überschlagen: Am Montag ließ das Berufungsgericht Göta den bereits abgelehnten Antrag Saabs doch wieder zu. Dann reichte Schwedens Metall-Gewerkschaft am Dienstag Insolvenzanträge gegen Saab ein. Sie schloss sich damit dem Schritt von zwei Angestellten-Gewerkschaften an.

Saab legte gegen die Anträge Widerspruch ein und erklärte, die Liquiditätsprobleme seien nur vorübergehend. Vor der Insolvenz, welche die Arbeitnehmer erzwingen wollen, ist das Unternehmen nun vorerst geschützt. Jetzt muss Saab den neuen Spielraum nutzen und sich schleunigst Kapital aus China beschaffen.

Zum Ende von Saab

Es war einmal