Diesel-Skandal Vier Ex-Audi-Manager in den USA angeklagt

Vorsprung durch Betrug? Das will ein US-Gericht jetzt von vier Ex-Managern der VW-Tochter Audi wissen.

(Foto: Kai Pfaffenbach/Reuters)

Die ehemaligen Audi-Führungskräfte sollen sich in den USA wegen Abgasmanipulationen vor Gericht verantworten. Ihnen drohen hohe Haftstrafen - sollten sie sich dem Prozess stellen.

Die US-Justizbehörden wollen im Abgas-Skandal des Volkswagen-Konzerns nun auch mutmaßlich Verantwortliche von Audi zur Rechenschaft ziehen. Gegen vier Ex-Mitarbeiter der VW-Tochter wurde Anklage erhoben, wie das zuständige Gericht in Detroit am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. Die Beschuldigten sind laut Anklageschrift ehemalige hochrangige Führungskräfte, die bei Audi etwa für die Motoren- und Dieselentwicklung zuständig waren. Der ehemalige Vorstandschef Rupert Stadler ist nicht darunter.

Den Männern wird vorgeworfen, Teil einer fast zehn Jahre andauernden Verschwörung gewesen zu sein, in der durch gezielte Manipulation von Emissionstests gegen US-Umweltgesetze verstoßen und Betrug an Kunden begangen worden sei. VW hatte im September 2015 auf Druck der US-Behörden eingeräumt, mit Hilfe einer speziellen Software in großem Stil die Messung von Abgaswerten verfälscht zu haben. Der Konzern gab später auch ein Schuldgeständnis vor Gericht ab.

In einem US-Prozess würden den angeklagten Ex-Audi-Angestellten harte Strafen drohen. Zwei frühere VW-Mitarbeiter wurden bereits wegen Mitschuld am Diesel-Skandal zu über drei beziehungsweise sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Keiner der Beschuldigten erschien jedoch vor Gericht, was bedeutet, dass die Männer nicht in Haft sind. Womöglich befinden sie sich wie eine ganze Reihe weiterer Angeklagter - darunter auch Ex-VW-Chef Martin Winterkorn - in Deutschland, von wo keine unmittelbare Auslieferung droht.

Auf Konzernebene hat VW die rechtliche Aufarbeitung der Abgas-Affäre in den USA nach einigen teuren Kompromissen mit Behörden und privaten Sammelklägern weitgehend abgeschlossen. Der Konzern musste wegen des Skandals hohe Strafen zahlen und hat für Vergleiche in Nordamerika über 25 Milliarden Euro an Rechtskosten verbucht. Die US-Justiz hatte jedoch bereits deutlich gemacht, dass die Sache damit nicht ausgestanden ist und die Ermittlungen gegen die verantwortlichen Köpfe hinter dem Betrug andauern.

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