Arbeitsmarkt für Asylbewerber:Deutsche Bürokratie schreckt ab

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Von ebenso umfassenden wie einfachen Lösungen ist man im deutschen Ausländerrecht aber generell weit entfernt. Es splittet sich in eine Vielzahl von Gesetzen, Verordnungen und Bestimmungen auf. Ein schwer durchschaubares Flickwerk, in dem es von Fristen, Regeln und Ausnahmen von den Regeln nur so wimmelt. Sie erlauben den Betroffenen je nach ihrem Aufenthaltsstatus mal mehr, mal weniger und häufig gar keine Arbeit.

Das betrifft nicht nur Asylbewerber, sondern es schreckt auch alle anderen Drittstaatler ab, die von außerhalb der EU nach Deutschland zum Arbeiten kommen wollen. Als am 1. April 2012 das "Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen" in Kraft trat, hofften viele auf einen Durchbruch.

Bis zu 300.000 Drittstaatler könnten in der Folge bei der Fosa die Anerkennung ihrer aus der Heimat mitgebrachten Berufsausbildungen beantragen, hieß es. Tatsächlich gingen in den ersten 18 Monaten ganze 3300 Anträge ein.

In 2300 Fällen bescheinigte Fosa die volle oder zumindest weitgehende Gleichwertigkeit der Abschlüsse. Doch auch wer einen positiven Bescheid aus Nürnberg erhält, hat deshalb noch lange kein Aufenthalts- und Arbeitsrecht hierzulande. Chancen hat nur, wer in einem von der BA ständig neu aufgelisteten Mangelberuf qualifiziert ist. Mechatroniker zum Beispiel, Elektroniker, Alten- oder Krankenpfleger.

So viel Umständlichkeit macht ausländischen Fachkräften prinzipiell wenig Lust auf Deutschland. "Wir haben ein gewaltiges Imageproblem", sagt ein ranghoher Arbeitsmarktexperte. "Deutschland gilt in der Welt als Land der Abschottung." Ein Umstand, an dem auch der Blick ins Internet so schnell nichts ändert.

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