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Angst um die Rente:Warum geht das Rentenniveau zurück?

Wegen des Geburtenrückgangs wird die Zahl der Erwerbstätigen abnehmen. Der Anteil der Rentner an der Gesamtbevölkerung vergrößert sich. Sollen trotzdem die Rentenbeiträge für die Jüngeren bezahlbar bleiben und nicht viel mehr Steuergeld in die Rentenkassen fließen, muss das Rentenniveau sinken. Derzeit liegt der Beitrag bei 19,9 Prozent des sozialversicherungspflichtigen Einkommens. Langfristig soll er unter 22 Prozent bleiben, auch um die Lohnnebenkosten für die Unternehmen in Grenzen zu halten.

Droht vielen Menschen die Altersarmut?

Ohne Reformen sieht der Paritätische Wohlfahrtsverband eine düstere Zukunft. Er schätzt, dass der Anteil der über 65-Jährigen, die die Grundsicherung benötigen, bis zum Jahr 2025 auf zehn Prozent steigen wird.

Welche Erwerbstätigen sind gefährdet?

Es gibt etwa 6,5 Millionen Menschen , die Niedriglöhne bekommen und nur Mini-Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen. Selbst wenn solche Kleinverdiener 45 Jahre lang arbeiten würden, erhielten sie nicht einmal eine Rente auf dem Niveau der Grundsicherung. Gefährdet sind die Hartz-IV-Empfänger, für die der Staat kein Geld mehr in die Rentenkasse überweist. Ein höheres Armutsrisiko im Alter gibt es auch für die wachsende Zahl der Solo-Selbständigen ohne Angestellte, die zu wenig Geld verdienen, um fürs Alter vorsorgen zu können. Vor allem in Ostdeutschland könnte die Armut im Ruhestand zunehmen, prognostiziert das DIW. Dies gelte besonders ab den Jahrgängen 1957 bis 1961 für Männer und ab 1962 bis 1966 (Frauen).

Was will die Bundesregierung tun?

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wird diese Woche Vorschläge zur Bekämpfung der Altersarmut vorlegen. Zu der ganz großen, teuren Reform dürfte es dabei nicht kommen. Eine Mindestrente, in welcher Form auch immer, wird die Koalition nicht einführen. Es gilt aber als sicher, dass die Erwerbsminderungsrente verbessert wird. Außerdem ist geplant, die Hinzuverdienst-Grenzen für Frührentner zu erhöhen. Dies soll die Teilrente als Ersatz für den Vorruhestand attraktiver machen.