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Anadarko:US-Energiekonzern zahlt Rekordstrafe für Umweltverschmutzung

U.S. Attorney for the Southern District of New York Bharara stands beside a map during an announcement of a settlement with Anadarko Petroleum Corp in Washington

Preet Bharara Generalstaatsanwalt für den Südlichen Distrikt von New York, präsentierte eine Karte, die die Flächen zeigt, die Anadarko verschmutzte.

(Foto: REUTERS)

Gift im Wasser, Uran in der Umwelt: Das Ölunternehmen Anadarko hat von South Dakota bis Chicago verseuchte Gebiete hinterlassen. Nun muss der Konzern mehr als fünf Milliarden Dollar zahlen.

Nie floss in den USA eine höhere Summe wegen Umweltverschmutzung: Der amerikanische Ölkonzern Anadarko zahlt 5,15 Milliarden Dollar (3,75 Milliarden Euro), um einen Rechtsstreit mit der Regierung zu beenden. 4,4 Milliarden Dollar der vereinbarten Zahlung sollen eingesetzt werden, um verseuchte Böden zu dekontaminieren.

Die Regierung wirft einer Tochterfirma von Anadarko, Kerr-McGee, vor, über einen Zeitraum von 85 Jahren Dutzende Betriebsgelände in den USA verseucht zu haben. Die Wirkungen waren von South Dakota bis Chicago zu spüren. Es seien radioaktive Substanzen wie Uran in die Umwelt gelangt und giftige Stoffe in Böden und Grundwasser eingedrungen.

Ureinwohner vom Stamm der Navajo beklagen, dass Kerr-McGee Gebiete verseucht habe, die sie für religiöse Zeremonien und für die Jagd nutzen. Um Kinder davon abzuhalten, in verseuchtem Wasser zu baden, verteilten die Navajo extra ein Comic-Heft. Zu den Klägern gehörten neben dem Navajo-Reservat im Südwesten der USA, der Bundesregierung und elf Bundesstaaten auch Umweltschutzgruppen.

Nach Angaben des Justizministeriums versuchte Kerr-McGee, die Strafe zu umgehen, indem das Unternehmen seine Struktur umbaute. Entsprechende Ansprüche von mehreren Milliarden Dollar lagerte Kerr-McGee an eine andere Firma namens Tronox aus. Im Jahr 2006 kaufte Anadarko dann Kerr-McGee für 18 Milliarden Dollar, Tronox ging drei Jahre später pleite. Nach einer Klage von Tronox und der US-Regierung gegen Anadarko entschied ein Richter im Dezember 2013, die Auslagerung der Ansprüche sei Betrug gewesen.