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Amazon und die Drohne:In England fliegen bald Amazon-Drohnen durch die Vororte

Amazon-Drohne

Eine Drohne mit einem Amazon-Paket vor dem Logistikzentrum in Leipzig.

(Foto: dpa)
  • Amazon hat in Großbritannien die Genehmigung für eine Vielzahl von Testflügen mit Drohnen bekommen.
  • Vom Standardeinsatz ist die Drohnentechnik aber noch weit entfernt. Das hat vor allem mit der unsicheren Rechtslage in vielen Ländern zu tun.

Noch ist es eine Vision. Entspannt in der Hängematte per Smartphone im Internet bestellen, und schon wenige Minuten später schwebt das Produkt im Vorgarten ein. Der Online-Versandhändler Amazon will diese Form des Einkaufens in die Realität umsetzen. Über bewohntem Gebiet in England sollen nun erstmals größere Testläufe beginnen. Das von der britischen Luftfahrtbehörde genehmigte Projekt solle Erkenntnisse darüber liefern, wie Lieferdrohnen sicher und zuverlässig eingesetzt werden können.

Der Feldversuch "bringt uns dem Ziel näher, Drohnen zu nutzen, um Kunden in Großbritannien und weltweit Pakete innerhalb von 30 Minuten sicher zuzustellen", verkündet Amazon-Manager Paul Misener. Die britischen Behörden sind daran interessiert, die Lieferung über den Luftweg zu ermöglichen, aber auch besser zu regulieren.

Drei Szenarien will Amazon nun in Großbritannien untersuchen: Drohnen sollen in ländlichen Gebieten und in Vororten außerhalb der Sichtweite des Betreibers fliegen. Bisher ist eine Fernsteuerung über weitere Strecken nicht erlaubt. Außerdem soll eine Person mehrere Lieferdrohnen koordinieren, die parallel durch den Luftraum schwirren. Drittens soll bei den Versuchen praktisch erforscht werden, mit welcher Technik Drohnen Hindernisse erkennen und Kollisionen vermeiden können.

Auch die Supermarktkette Walmart experimentiert mit Drohnen

Seit 2013 betreibt Amazon bereits das Programm "Prime Air", um in Zukunft Pakete mit höchstens gut zwei Kilogramm Gewicht in kurzer Zeit per Flugshuttle zustellen zu können. Aber nicht nur der Online-Versandkonzern tüftelt an Möglichkeiten, den Kunden Produkte über den Luftweg zu liefern. Die amerikanische Supermarktkette Walmart experimentiert ebenso mit Drohnen wie das Unternehmen Alphabet. Von 2017 an will der Mutterkonzern von Google Pakete aus der Luft bringen.

In Deutschland hat die Deutsche Post bereits die Paketzustellung per Miniflieger getestet. Anfang des Jahres hat sie im bayerischen Reit im Winkl Sendungen über mehrere Kilometer vom Tal auf eine Alm geflogen. Privatkunden konnten Päckchen in einer Paketstation direkt für den Luftversand in die Drohnenbox einlegen. Vor allem in schwer zugänglichen Berggebieten oder auf Inseln will die Post künftig auf Drohnen beim Transport schnell benötigter Produkte wie Medikamente setzen.

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