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Altersvorsorge:Zwei weitere Möglichkeiten: Extrabeiträge und Aktienfonds

Zusatzbeiträge für die Rente

Angenommen das große Geld gibt es früher, bereits ein paar Jahre vor Eintritt in die Rente. Dann können gesetzliche Rentenversicherte mögliche Abschläge von der Rente abkaufen. Dies setzt voraus, dass sie bis zum Alter von 63 Jahren oder mehr auch mindestens 35 Versicherungsjahre erreichen. Die Zeit für Extrabeiträge ist jetzt besonders gut, weil der Rentenbeitrag mit 18,6 Prozent voraussichtlich bis 2023 so niedrig bleibt und die Renten bis dahin weiter deutlich steigen dürften. Siepe rechnet vor: Investiert ein 55-Jähriger 50 000 Euro über fünf jährliche Teilraten à 10 000 Euro, erhöht sich seine Rente im Ruhestand mit fast 67 Jahren um knapp 200 Euro. Oder der heute 55-Jährige geht mit 63 vorzeitig in den Ruhestand - ohne Abschläge von der Rente. Zusätzlich gibt es Steuervorteile: Wer die Sonderzahlungen in die Rentenkasse auf mehrere Jahre verteilt, kann in dieser Zeit die Extrabeiträge teilweise oder ganz von der Steuer absetzen. "Man muss bei den Zusatzbeiträgen für die Rentenversicherung aber bedenken, dass das Geld aus der Erbmasse verschwunden ist", sagt Nauhauser.

Fazit: "Die Zahlung von Extrabeiträgen in die Rentenversicherung ist derzeit so attraktiv wie noch nie und wird durch den Steuervorteil noch lohnender", sagt Siepe. Er empfiehlt, diese Möglichkeit zu prüfen. Dabei helfen können die Rentenversicherung, unabhängige Rentenberater und auch der Steuerberater.

Mehr Rendite mit Aktienfonds

Zinsen von bis zu zwei Prozent bei Auszahlplänen sind gering, bei einer Inflationsrate von derzeit mehr als zwei Prozent bieten sie nicht einmal einen Schutz vor der Teuerung, erst Recht nach Abzug von möglichen Steuern. Wer höhere Renditen erzielen will, muss sein Geld in Aktienfonds, Mischfonds oder kostengünstige Indexfonds anlegen, die bestimmte Börsenindizes nachbilden. Je länger dabei die Laufzeit, desto besser die Chancen für positive Renditen und desto geringer das Risiko, Verluste zu erwirtschaften. Nur drei statt zwei Prozent Rendite kann über die Jahre schon viel Geld ausmachen: So kommt ein Anleger, der 100 000 Euro auf einen Schlag in Fonds einzahlt, über 25 Jahre jährlich drei Prozent Rendite erzielt, bis das Kapital aufgezehrt ist, auf eine Monatsrente von 472 Euro. Bei einer Rendite von fünf Prozent wären es schon 578 Euro.

Anlegern, denen es zu unsicher ist, allein auf Aktienfonds zu setzen, rät Finanzexperte Nauhauser einen Teil des Geldes in Tages- und Festgeld mit verschiedenen Laufzeiten anzulegen. Von Rentenfonds, die in Anleihen investieren, rät er ab. "Die Gebühren sind zu hoch, die Erträge in der gegenwärtigen Niedrigzinsphase für einen Auszahlplan zu niedrig", sagt er.

Fazit: Ein Weg für Anleger, die trotz schwankender Kurse schlafen können und sich gerne selbst um ihr Geld kümmern.

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