Alleinerziehende:Das Kindergeld steigt, doch es bleibt nichts hängen

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Alleinerziehende: Das höhere Kindergeld soll auch Alleinerziehende entlasten, gerade in Zeiten hoher Inflation. Doch bei vielen Familien wird kaum etwas davon ankommen.

Das höhere Kindergeld soll auch Alleinerziehende entlasten, gerade in Zeiten hoher Inflation. Doch bei vielen Familien wird kaum etwas davon ankommen.

(Foto: IMAGO/Nina Janeckova/IMAGO/Westend61)

Alleinerziehende trifft die Inflation besonders hart. Und wenn 2023 das Kindergeld steigt, nutzt das vielen Betroffenen nur wenig. Denn die Wirkung der Erhöhung verpufft.

Von Felicitas Wilke

Kathleen Michl hat vor ein paar Monaten ihr Auto abgeschafft. "Jetzt teile ich mir eins mit meiner Mutter, und das mit 34." Sie lacht leise ins Telefon, es ist kein fröhliches Lachen. Michl ist Ingenieurin, sie arbeitet in Vollzeit und verdient vergleichsweise gut. Aber sie ist auch alleinerziehende Mutter von zwei Töchtern - und das in Zeiten einer besorgniserregenden Inflationsrate. Ihre Miete ist gestiegen, die Lebensmittelpreise sowieso, dazu kommen 500 Euro für die Hortplätze der Kinder. "Ich passe nicht ins Klischee der bemitleidenswerten Alleinerziehenden", sagt Michl, "aber es bleibt trotzdem so wenig übrig, dass ich Angst vor der nächsten Nebenkostenabrechnung habe." Sie spart jetzt, wo sie kann, auch beim Auto, das sie eigentlich bräuchte, um zur Arbeit zu kommen oder die Kinder vom Hort abzuholen.

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