Kolumne "In aller Munde":Das Über-Omelett

Kolumne "In aller Munde": Man braucht nur sechs Zutaten und wenige Minuten: French Omelett mit Schnittlauch und Kartoffelchips-Bröseln.

Man braucht nur sechs Zutaten und wenige Minuten: French Omelett mit Schnittlauch und Kartoffelchips-Bröseln.

(Foto: LauriPatterson/Getty Images)

Kaum ein Rezept wird auf Social Media so oft geteilt wie das Kartoffelchips-Omelett aus der Serie "The Bear". Ist es wirklich so gut? Wir haben es mal nachgebacken.

Von Kathrin Hollmer

Sich die langersehnte zweite Staffel einer Serie aufzusparen, bis man ihr die verdiente Aufmerksamkeit schenken kann, hat Nachteile. Eine Weile lang kann man nicht mitreden, wenn die neuen Folgen im Freundeskreis analysiert werden, muss sich aus manchen Gesprächen sogar kurz ausklinken - keine Spoiler bitte! Und im Fall der Serie "The Bear", die größtenteils in einer Profiküche spielt, verpasst man sogar einen ausnahmsweise einmal lohnenswerten Food-Trend. Aber nur fast.

In den USA lief die zweite Staffel der preisgekrönten Serie um den Spitzenkoch "Carmy" Berzatto (gespielt von Jeremy Allen White), der den Sandwichladen seines verstorbenen Bruders übernimmt, bereits im Sommer. Während in der ersten Staffel Carmys perfektes weißes T-Shirt viral ging, ist es nun: das Omelett aus der vorletzten Folge mit dem Titel "Omelett". Das - Spoiler - gleichzeitig so einfach und so fantastisch ist, dass man es auch jetzt noch teilen kann, nein muss! In den USA machte es schon im Sommer die Runde, auf Tiktok und Instagram kursieren auch drei Monate später noch Videos und Fotos von Fans, die es nachmachen und begeistert kommentieren ("Unglaublich", "Großartig", "Das beste Omelett, das ich je probiert habe!").

Viel Butter hilft immer viel

In der Omelett-Folge laufen gerade letzte Vorbereitungen für die Eröffnung von Carmys neuem Restaurant; die Stimmung changiert zwischen Nervenverlieren und Kurz-davor-Sein. Die Restaurantmanagerin Natalie (Abby Elliott) hat keine Zeit zum Essen. Hungrig bittet sie Souschefin Sydney (Ayo Edebiri) um ein Omelett. Und Sydney macht nicht irgendeines. Sie zelebriert die Eierspeise. Schlägt drei Eier durch ein feines Sieb, verquirlt sie ein wenig. So bleiben feine Schalenstücke und die Haut zwischen Eiweiß und Dotter zurück. Sie lässt ein großes Stück Butter in einer Pfanne schmelzen und die gesiebten Eier darin stocken. In die Mitte gibt sie Kräuterfrischkäse aus einem Spritzbeutel, klappt das Omelett unter Zugabe von noch mehr Butter zusammen und bestreicht es am Ende noch damit, bevor sie es mit Schnittlauchröllchen, Chipsbröseln und frisch gemahlenem Pfeffer anrichtet. Salz liefern Käse und Chips schon genug. In dieser Szene, die man separat auf Youtube findet, gibt es keine Musik, keine Hektik wie sonst in dieser wummernden, getriebenen Serie. Sydney kocht, als gäbe es in diesem Moment nichts Wichtigeres auf der Welt, und genau so ist es manchmal: Natalie, die Bekochte, schließt beim ersten Bissen die Augen und sagt: "Ich könnte heulen."

Man will dieses Omelett auf der Stelle nachmachen. Erfreulicherweise braucht man dafür nur sechs Zutaten und ein paar Minuten Zeit. Wie bei jeder Eierspeise ist auch hier eine beschichtete Pfanne hilfreich. Sydney benutzt krümeligen Knoblauch-Kräuter-Frischkäse der französischen Marke Boursin, den man bei uns in gut sortierten Supermärkten findet. Man kann aber jeden anderen Kräuterfrischkäse nehmen, mit oder ohne Knoblauch, am besten einen etwas festeren, den man zerkrümeln kann. Der Käse verschmilzt in der Pfanne mit der cremigen Omelett-Mitte. Auch bei den Chips gilt: Wenn man Sydneys geriffelte Sour-Cream-and-Onion-Chips nicht bekommt, kein Problem. Crunch und Salz bringen auch andere Sorten. "Wenn die Leute in den nächsten Jahren an die zweite Staffel von 'The Bear' denken, werden sie an das Omelett denken", schrieb der Guardian, der gleich acht Rezepte aus der Serie nachgekocht hat. Da könnte was dran sein. Das "Boursin-Omelett" ist flaumig und knusprig, herzhaft und frisch, würzig und cremig und sehr tröstend. Einfach perfekt.

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