Kolumne: Gewusst wie:Wie das Gefrierfach schneller abtaut

Kolumne: Gewusst wie: Eine Schale mit heißem Wasser beschleunigt das Abtauen.

Eine Schale mit heißem Wasser beschleunigt das Abtauen.

(Foto: Thomas Heitz/mauritius images/Alamy Stock Photos)

Jeder kennt es, kaum einer kümmert sich gerne drum: ein vereister Kühlschrank. Das ist lästig und kostet Energie. Jetzt ist die beste Jahreszeit, um das Problem zu lösen. Ein paar Tipps.

Von Eva Dignös

Das Gefrierfach abtauen - das ist ganz klar eine Aufgabe aus der Kategorie "Man müsste mal". Wäre schon schön, wenn es mal erledigt würde. Aber ist dann doch nicht ganz so dringend. Kann man auch noch auf die nächste Woche schieben. Oder die übernächste. Und dann passt irgendwann nicht mal mehr ein Päckchen Spinat in die Eishöhle, die sich derweil oben im Kühlschrank gebildet hat. Dann hat man übrigens nicht nur ein Platzproblem. Ein vereistes Gerät verbraucht deutlich mehr Strom, weil das Eis wie eine Dämmung wirkt. Der Kühlkompressor muss mehr arbeiten, um die gewünschte Temperatur im Innenraum herzustellen.

Dabei wäre gerade jetzt ein guter Zeitpunkt, das "Man müsste mal" in die Tat umzusetzen. Nicht nur, weil die Jahreszeit der guten Vorsätze angebrochen ist. Sondern vor allem, weil frostige Außentemperaturen die praktische Umsetzung erleichtern. Denn zum Abtauen muss der Kühl- oder Gefrierschrank abgeschaltet und der Inhalt anderweitig gelagert werden. Das geht im Winter gut im Garten oder auf dem Balkon, am besten wickelt man die Lebensmittel zusätzlich in einige Lagen Zeitungspapier oder steckt sie in isolierende Einkaufstaschen für Tiefkühlware. Alternativ bietet sich die Kühlbox an. Oder zur Not die Badewanne, ohne Wasser natürlich, dafür mit einer Lage Kühlakkus als Anti-Auftau-Schutzschicht auf dem gefrorenen Gut.

Das Eis lagert sich meistens an den Wänden des Gefrierfachs an oder bei Gefrierschränken auf den Kühlrippen unterhalb der Schubladen. Je nach Dicke kann es schon einige Stunden dauern, bis es aufgetaut ist und in Form von Wasser das Gerät verlassen hat. Das ist eine ziemlich feuchte Angelegenheit, deshalb gehören einige saugfähige Handtücher oder Putzlappen in und um das Gerät. Ein tiefes Backblech kann als Auffangschale gute Dienste leisten.

Einen Auftau-Beschleuniger gibt es für wenige Cent im Supermarkt: Salz hat im Gefrierschrank denselben Effekt wie auf glatten Straßen und bringt das Eis zum Schmelzen, kein Straßen-Streusalz natürlich, sondern normales Haushaltssalz. Man streut es auf die vereisten Flächen oder reibt es auf die Eisplatten an den Seitenwänden.

Verhindern kann man die Eisbildung nicht - aber verlangsamen

Auch eine Schale mit heißem Wasser beschleunigt das Abtauen. Und ja, auch ein Föhn. Aber die Kombination aus elektrischem Gerät und Feuchtigkeit birgt durchaus Risiken - und kostet Energie. Mit mechanischen Hilfsmitteln sollte man ebenfalls vorsichtig sein. Allenfalls mit Pfannenwendern aus Holz oder Plastik oder mit vom Kühlschrankhersteller mitgelieferten Kunststoffschabern kann man nachhelfen, wenn die Eisplatten sich zu lösen beginnen. Messer oder andere Gegenstände aus Metall sind zu scharf und zu spitz für die empfindlichen Oberflächen.

Wie kommt das Eis überhaupt hinein in den Kühl- oder Gefrierschrank? Jedes Mal, wenn die Tür geöffnet wird, schwappt warme Luft hinein. Sie enthält Feuchtigkeit, die sich beim Herunterkühlen an den Innenwänden des Fachs niederschlägt und gefriert. Ganz verhindern lässt sich das nicht, aber verlangsamen kann man die Eisbildung sehr wohl, allein schon dadurch, dass man die Tür immer möglichst schnell wieder schließt.

Außerdem ist Natron ein gutes Anti-Eis-Mittel. Ein bis zwei Esslöffel des weißen Pulvers streut man auf ein feuchtes Tuch und wischt damit den abgetauten Gefrierschrank aus. Das hilft nebenbei auch gegen unangenehme Gerüche. Nur die Gummidichtungen muss man aussparen. Und alles gut trocknen lassen - damit sich beim Einschalten nicht gleich wieder frisches Eis bildet.

Kolumne: Gewusst wie: Seit sie sich beim Schlittschuhlaufen mal das Steißbein geprellt hat, steht die Autorin Eis eher skeptisch gegenüber. Außer es schmeckt nach Zitrone.

Seit sie sich beim Schlittschuhlaufen mal das Steißbein geprellt hat, steht die Autorin Eis eher skeptisch gegenüber. Außer es schmeckt nach Zitrone.

(Foto: Bernd Schifferdecker (Illustration))
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