Zehn Zylinder der Formel 1Auf Kuscheldistanz

Sebastian Vettel fährt nur um einen mickrigen Punkt am WM-Titel vorbei, Michael Schumacher steigt aus einer zerquetschten Blechmasse namens Mercedes, Lewis Hamilton drängelt erstaunlich dreist gegen Felipe Massa und Timo Glock lernt den Rennfahrergott kennen. Die zehn Zylinder der Formel 1 vom Großen Preis in Singapur.

Zehn Zylinder der Formel 1 – Kamui Kobayashi

Sebastian Vettel fährt nur um einen mickrigen Punkt am Weltmeister-Titel vorbei, Michael Schumacher steigt aus einer zerquetschten Blechmasse namens Mercedes, Lewis Hamilton drängelt erstaunlich dreist gegen Felipe Massa und Timo Glock lernt den Rennfahrergott kennen. Die zehn Zylinder der Formel 1 vom Großen Preis von Singapur.

Von Jonas Beckenkamp

Kamui Kobayashi ist Formel-1-Fahrer und kein Schwebekünstler. Diese Feststellung mag für eingefleischte Betrachter des Rennsports wenig überraschend klingen, aber wer den Japaner im Qualifying über die Piste fliegen sah, konnte beinahe anderes annehmen. Wie ein abhebender Düsenjet polterte der Sauber des Japaners durch eine Kurve, nachdem er durch einen Aufprall auf die Streckenbegrenzung die Bodenhaftung verloren hatte. Spektakulär sah es aus, wie der Pilot in seinem Fahrzeug über dem Asphalt schwebte und eine bedenkliche Schlagseite bekam. Doch es blieb beim Schrecken. Weil Kobayashi aus einer Biegung heraus in diese Schieflage geraten war, flog er nicht allzu schnell und prallte in gemäßigtem Tempo in einen Reifenstapel. In Mitleidenschaft wurde bei diesem Stunt nur das Auto des Crash-Piloten gezogen - ein Glück, denn mit dem Fliegen kennt sich der Rennfahrer Kamui Kobayashi eigentlich nur bedingt aus.

Bild: AP 26. September 2011, 09:092011-09-26 09:09:54 © sueddeutsche.de/jbe/hum