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Volleyball:Als Teenie noch Leichtathletin

Zwischen damals und heute liegen Welten. Das liegt auch daran, dass die einstige Leichtathletin nach ihrem Quereinstieg ins Volleyballinternat Münster, mit 16, und harten Lehrjahren beim Erstligisten Dresden 2016 in Schwerin ihr Traumumfeld gefunden hatte. Koslowski, der in einer Doppelrolle das Nationalteam und Schwerin trainiert, ließ sie immer spielen, der Klub setzte Vertrauen in sie. Lippmann zahlte es zurück, führte Schwerin 2017 und 2018 zur Meisterschaft. Die Ironie der Geschichte: Nach der WM, in ein paar Tagen schon, reist sie nach Italien, zu ihrem neuen Arbeitgeber Bisonte Firenze. Lippmann ist also auch über Schwerin und die deutsche Ligaspitze hinausgewachsen. Sie hätten sie gerne noch ein Jahr gehalten in Mecklenburg-Vorpommern, aber selbst Koslowski, ihr Förderer, hält den Wechsel für den richtigen Schritt zur richtigen Zeit.

Dort erwarten sie nicht nur ein professionelleres Umfeld, stärkere Mannschaften und nach wie vor eine der besten Ligen der Welt, sondern auch höhere Gehälter, als sie in Deutschland gezahlt werden. Auf die Pizza freut sie sich schon jetzt, den Reis in Nagoya kann sie langsam nicht mehr sehen. Und natürlich freut sie sich auf Florenz, auf die Wohnung dort, die sie überhaupt noch nicht kennt. Nach dem für Samstag geplanten Rückflug aus Japan hat Lippmann gerade einmal drei Tage Zeit, um in Werder bei Potsdam ihre Familie und ihren Freund, den ehemaligen Handballprofi Hannes Lindt, zu besuchen. Und noch einmal mit Einstein zu schmusen, ihrem Hund.

Noch aber hat Lippmann einen kleinen Auftrag in Nagoya, wo sie die Masse an Hybridautos auf den Straßen genauso fasziniert wie die Höflichkeit der Menschen. Zwei Spiele möchte sie noch gewinnen mit Deutschland, das nächste gegen Puerto Ricos Riesin Alba Hernandez.

Louisa Lippmanns Vorbild ist kein Geringerer als LeBron James, der Über-Basketballer. Es ist nicht allzu lange her, ein Jahr etwa, da trug sie noch Socken mit seinem Konterfei - es war der Running Gag im Team. "Den Tick habe ich mittlerweile abgelegt", sagt Lippmann: "Ich bin erwachsen geworden."

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Volleyball

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