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Volleyball in der Krise:Eine Liga droht zu implodieren

Duell der Frustierten: Unterhachings Marian Moreau und Mark Plotyczer aus Moers

(Foto: Claus Schunk)

Im Playoff-Viertelfinale zwischen Unterhaching und Moers wird deutlich, wie sehr es im Volleyball kriselt: Beide Vereine stehen vor dem Rückzug, auch andere Klubs finden kaum Sponsoren. Der Männer-Bundesliga droht ein Debakel.

In diesen Tagen bietet sich den Volleyball-Zuschauern in Unterhaching und Moers ein schauriges Schauspiel. Die beiden Klubs begegnen sich gerade im Playoff-Viertelfinale, Unterhaching hat Moers am Mittwoch in der ersten Partie mit 3:0 Sätzen bezwungen. Wenn für die Randmünchner am Sonntag im zweiten Duell der Best-of-three-Serie alles nach Plan läuft, sind sie im Halbfinale. Moers kann dann für die zweite Liga planen. Und für Unterhaching, das vom Titel träumt, steht die Zukunft in den Sternen.

Kürzlich hat Moers' langjähriger Mäzen Günter Krivec beschlossen, das Kapitel Erstliga-Volleyball zu schließen. Den Rückzug mehrerer Großsponsoren führte der millionenschwere Unternehmer als Begründung an. Es schwingt aber auch Frust mit. Darüber, dass der Verein, der Anfang der neunziger Jahre die Liga dominierte und auch in Europa eine große Nummer war, mit seinem Etat von einer Dreiviertelmillion Euro nicht mehr Schritt halten kann mit Berlin und Friedrichshafen.

Die Liga ist für zwölf Mannschaften angelegt

Auch in Unterhaching versuchen sie seit Monaten erfolglos, einen neuen Geldgeber zu finden: Hauptsponsor Generali steigt nach dieser Saison aus. Der Versicherer präsentiert sein Logo längst im Ski-Weltcup, der eben nicht fast ausschließlich im Internet-TV, sondern bei ARD und ZDF übertragen wird. Mit ihm geht dem viermaligen Pokalsieger jährlich eine Million Euro verloren.

Unterhaching beantragt zwar die Bundesliga-Lizenz bis zum Stichtag 1. April, dann haben sie noch zwei Monate Zeit, einen Sponsor zu finden. Doch wenn die Suche erfolglos bleibt, ziehen sie sich zurück.

Zehn Klubs spielen zurzeit in der Männer-Liga, die eigentlich auf zwölf Vereine ausgelegt ist. Bottrop wurde im Dezember, mitten in der Saison, wegen Missmanagements die Lizenz entzogen. Dresden geriet zur selben Zeit finanziell ins Schleudern, es zweifelt am Erstligaverbleib. Mitteldeutschland und Rottenburg waren zuletzt wirtschaftlich auch nicht auf Rosen gebettet. Sollte nun neben Bottrop und Moers auch das weitaus größere Schwergewicht Unterhaching untergehen, wäre das ein Debakel für die Liga, die dann zu implodieren droht.