Viertelfinale der Fußball-WM:Messi erinnert an Maradona

Einmal wuselte Messi am Strafraum zwischen vier Belgiern hindurch, bis ihn einer der Rivalen umstieß, das erinnerte an Diego Maradonas Soli auf dem Weg zum zweiten und bislang letzten argentinischen Titel 1986 in Mexiko. Sein folgender Freistoß sauste an der rechten oberen Torecke vorbei, ansonsten gelang ihm zunächst so ziemlich alles. Was für eine herrliche Show.

Eines seiner schönsten Zuspiele nahm di María in Empfang, der Siegtorschütze gegen die Schweiz, Vincent Kompany blockte seinen Linksschuss ab. Bei der Körperdrehung muss sich der Angreifer von Real Madrid allerdings weh getan haben. Er lag erst auf dem Boden, wurde dann auf die Bank gebracht, den rechten Oberschenkel mit Eis gekühlt, seinen Posten übernahm Enzo Pérez von Benfica Lissabon.

Ihn bräuchte Argentinien dringend, er ist nach Messi und Javier Mascherano der mindestens drittwichtigste Mann im Team. Sein Ausfall bremste den argentinischen Schwung ein wenig, wobei die Gefolgschaft vom Río de la Plata bester Laune blieb und die Gastgeber mit einem ihrer Hits daran erinnerte, dass Maradona besser sei als Pelé. So gut hatten die Argentinier bei ihren vier mühsamen Erfolgen nicht gespielt, auch Higuaín wurde von seinem Tor enthemmt. Zur Belohnung sangen Tausende Landsleute seinen Kosenamen: "Pipa."

Nach 57 Minuten rannte Pipa Higuaín durch diese große, schwache Abwehr der Belgier und zog ab, der Brazuca streifte die Oberkante der Latte. Gegenüber hatten Marouane Fellaini mit seiner schwarzen Haarpracht und Romelu Lukaka die Chance zum Ausgleich, es wurde ungemütlich für Argentinien. Saballa schickte den Konterstürmer Rodrigo Palacio für Lavezzi in die Partie. Higuaín durfte sich als Held des Tages den Applaus im Rahmen eines Tausches gegen Gago abholen, artig gab er dem Schiedsrichter Nicola Rizzoli die Hand, man kennt sich aus Italien.

Marc Wilmots sah, wie es seine Belgier mit hohen Flanken probierten bis zum Schluss. Courtois rettete gegen Messi, der ihn auch in Spanien nie bezwingt, Axel Witsel schoss zu hoch. Als letztes stirbt die Hoffnung, aber im Halbfinale stehen nun der beste Fußballer der Welt und die Argentinier.

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