US-Nationaltrainer Klinsmann:Job von globalem Zuschnitt

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Diese Fakten zählte der Pressechef auf, Klinsmann saß gut gelaunt daneben und war so entspannt wie die Buddha-Figuren, die er einst bei Bayern München aufstellen ließ, und die nach seiner Kündigung umgehend entfernt wurden, als wären es böse Götzenbilder.

Offensichtlich versieht der Exil-Schwabe jetzt einen Job, der in sein Leben passt. "Für mich und meine Familie ist es eine optimale Konstellation", sagt er. Das US-Trainingszentrum ist vor seiner Haustür in Los Angeles, ebenso einer der wichtigsten Vereine, LA Galaxy. Fragen der Präsenzpflicht, wie einst zur Zeit als Bundestrainer, stellen sich nicht, obwohl das Gros seiner Spieler in Europa kickt. Um deren Begutachtung kümmern sich Klinsmanns Mitarbeiter Andi Herzog (Wien) und Mathias Hamann.

Ohnehin ist es ein Job von globalem Zuschnitt: Nach Nachwuchs fürs Eliteteam fahnden Klinsmanns Scouts auf der ganzen Welt, besonders in Südamerika und Mexiko; sein Assistent in den USA ist Mexikaner, der Torwarttrainer Engländer, der Fitnesstrainer Japaner. Führungsspieler ist ein Frankfurter aus Schalke: "Jermaine Jones hat im Prinzip das ganze Camp als Chef übernommen", sagt Klinsmann. Weitere Bundesligaprofis wie Chandler (Nürnberg), Johnson und Williams (Hoffenheim) unterstützen das Unternehmen, das Klinsmann nach bewährter Manier erheblich umgekrempelt hat.

Er hat die Trainerausbildung reformiert und die Stäbe der Juniorenteams neu besetzt. "Wir wollen uns jetzt an den größeren Fußballnationen orientieren, und wir wollen, dass unser Fußball ansehnlicher wird", sagt er.

Was kümmern ihn da noch die Stimmen aus der Vergangenheit. Theo Zwanzigers Reminiszenzen über den drohenden Rauswurf 2006, entlocken Klinsmann "nur ein Schmunzeln. Was soll ich da kommentieren? Das ist es mir nicht wert".

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