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U21-Trainer Stefan Kuntz:Wie es weitergeht, will Kuntz nach der EM entscheiden

In allen Juniorennationalmannschaften, sagt Schönweitz, soll es drei unterschiedliche Trainertypen geben. "Ich brauche den Typ Ex-Profi, der über Erfahrung verfügt. Ich brauche aber genauso den Typ Innovation, der Ideen hat, der über die Wissenschaft kommt. Und ich brauche einen Altersspezialisten. Bestes Beispiel ist die U21." Das beste Beispiel für die Zukunft der Nachwuchstrainer beim DFB ist also der Ex-Profi Kuntz mit seinen Assistenten Daniel Niedzkowski und Antonio di Salvo.

Vor dem Spiel gegen Serbien hat Kuntz erklärt, wie die Aufgaben verteilt sind. Niedzkowski, Leiter der DFB-Fußballlehrerausbildung und Typ Innovation, sei für die Standardsituationen zuständig. Di Salvo, der Spezialist für Junioren, übernehme die Gegnervorbereitung. Kuntz erwähnte auch den Videoanalysten. Aber er vergaß in der Aufzählung der Aufgaben glatt seine eigenen. Einen gebe es, der am Ende den Kopf hinhalten müsse, sagte er.

"Einen Horst sehe ich bei uns nicht"

Zu seinen Stärken zählt die Menschenführung, die Motivation, der lockere, verständnisvolle Umgang mit jungen Spielern, von dem man sich vorstellen kann, dass er sich bei älteren Profis abnutzen könnte. Zu Kuntz' Stärken zählt auch die Medienarbeit, es darf gerne mal albern werden und darum gehen, dass ihm die Kabinenmusik der Spieler nicht so gefällt. Zu seinen Stärken zählt wohl auch die sehr wichtige, seine Schwächen zu kennen.

"Bei uns im Business muss man damit leben, dass andere Menschen eine andere Meinung haben", sagte Kuntz vor dem Turnier über die Wahrnehmung seiner Person. "Ich bin beeindruckt von Leuten, die am Anfang kritisch waren und dann ihre Meinung ändern." Anders als vor der vergangenen EM, als sein Vertrag auslief, ist dieser nun noch ein Jahr gültig. Wie es weitergeht, will Kuntz nach der EM entscheiden. Zwei erfolgreiche Turniere wären auf jeden Fall nicht die schlechteste Referenz.

Kuntz sprach nach dem 6:1 gegen Serbien über seine Stürmer, vorher hatten alle über den Serben Luka Jovic gesprochen, der demnächst für Real Madrid spielt. Jovic enttäuschte. Dafür überzeugte Richter erneut, und Waldschmidt noch mehr. Er dribbelte schnell, er schoss präzise. Es ging danach mal wieder um die stets neu verhandelte Frage, ob Deutschland einen wuchtigen Mittelstürmer braucht, einen wie früher Hrubesch. "Einen Horst sehe ich bei uns nicht", sagte Kuntz, "und wenn man den nicht hat, dann muss man anders spielen": variabel, beweglich.

Kuntz hatte selbst vor dem Turnier gesagt, dass ein Torjäger dem Team fehlen könnte. Das könne zwei Dinge bedeuten, sagte er nun. Entweder: "Ich kann meine Mannschaft nicht einschätzen." Oder: "Wir hatten die richtigen Ideen, wie wir die Qualität, die wir haben, gut auf die Straße bringen." Kuntz lachte, es war natürlich die Vorbereitung für eine Pointe. Er entschied sich für die zweite Option.

© SZ vom 22.06.2019/dsz
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