TSV 1860 München Schon wieder feiern in Giesing die Roten

Kiel feiert den späten DFB-Pokalerfolg gegen den TSV 1860.

(Foto: dpa)
  • Die Löwen können gegen den Zweitligisten Holstein Kiel die euphorische Stimmung im Stadion an der Grünwalder Straße nicht nutzen und verlieren ihr DFB-Pokalspiel am Ende 1:3 (1:0).
  • Wie zuletzt mehrmals in der Liga gaben sie auch diesmal das Spiel erst in der Schlussphase aus der Hand.
Aus dem Stadion von Markus Schäflein

Es schien das nächste große Fest dieses Sommers auf dem Giesinger Berg zu werden, nach dem Aufstieg in der Relegation gegen Saarbrücken und dem rauschenden ersten Drittligasieg gegen Lotte war der TSV 1860 München nun an einem wunderschönen Sommerabend auf dem Weg zu einer Pokalüberraschung in der ersten Runde des DFB-Pokals. Doch die Löwen konnten gegen den Zweitligisten Holstein Kiel den Schwung des frühen Führungstreffers und die euphorische Stimmung im Stadion an der Grünwalder Straße nicht nutzen und verloren am Ende 1:3 (1:0). Wie zuletzt mehrmals in der Liga gaben sie auch diesmal das Spiel in der Schlussphase aus der Hand - gegen Ende wurde der Druck des Favoriten dann doch zu groß. "Man kann der Mannschaft nichts vorwerfen, sie hat alles rausgehauen, was drin war", meinte 1860-Trainer Daniel Bierofka, "es fehlte vielleicht auch das bisschen Glück, das du in so einem Spiel brauchst. Wir können erhobenen Hauptes nach Hause gehen."

Gegenüber der Drittliga-Partie gegen Uerdingen (0:1) hatte Bierofka zwei Veränderungen in der Startformation vorgenommen. Wie erwartet stand Marco Hiller im Tor, der im Pokal absprachegemäß den Vorzug vor Liga-Stammkeeper Hendrik Bonmann erhielt; und unerwartet spielte im Sturm neben Antonio Grimaldi zunächst nicht Sascha Mölders, sondern Nico Karger. Und das erwies sich bereits nach sieben Minuten als prima Idee: Nach Zuspiel von Grimaldi steuerte Karger alleine auf Kiels Torhüter Kenneth Kronholm zu und traf durch dessen Beine zur frühen Führung.

Das Grünwalder Stadion bebte mal wieder, und auch der Zweitligist zeigte sich in der ersten Hälfte so beeindruckt von dieser Energie wie viele Regional- und zuletzt Drittligisten. Jae-Sung Lee traf erst ungedeckt im Strafraum den Ball nicht (20.) und beförderte ihn dann bei einem Freistoß in Richtung des Wienerwald-Restaurants (21.) auf der anderen Seite der ans Stadion angrenzenden Straße.

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Der aus Bayreuth gewechselte Kristian Böhnlein kommt zum Pflichtspieldebüt

Sechzig setzte, wie Kargers Name auf dem Spielberichtsbogen schon angekündigt hatte, auf Schnelligkeit und Umschalten. Als Marius Willsch zum vermeintlichen 2:0 traf, verstummte der Torjubel schnell wieder - der Ball hatte sich vor Philipp Steinharts Hereingabe bereits im Aus befunden. "In der ersten Halbzeit haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht", meinte Bierofka. Kurz vor der Pause wäre der Zweitligist fast doch noch zum Ausgleich gekommen, aber der Kieler Mittelstürmer Janni Serra traf erst das Außennetz (40.) und köpfelte dann nach einer Ecke knapp am linken Pfosten vorbei (45.). In der zweiten Hälfte drückte der Favorit stärker, für die Sechziger geriet die Partie zunehmend zu einer Abwehrschlacht. "Dass du in so einem Spiel nicht 90 Minuten hoch verteidigen kannst, ist auch klar", stellte Bierofka fest. Doch zunächst ließ seine Mannschaft keine größeren Chancen zu. In der 64. Minute kam der vom Regionalligisten SpVgg Bayreuth gekommene Mittelfeldspieler Kristian Böhnlein zu seinem Pflichtspieldebüt für den TSV 1860 - es sollte ein unglückliches werden. Dann hatte Grimaldi noch eine letzte große Szene, schaffte es bei einem Konter aber nicht bis zum Abschluss (68.) und wurde eine Minute später mit großem Applaus verabschiedet; nicht weniger laut wurde Sascha Mölders begrüßt, auf dem nun die Hoffnungen lagen, dass Sechzig doch noch zu einem zweiten Tor oder zumindest zu einem zweiten Torschuss kommen könnte. Doch stattdessen drehte nun Kiel auf. Erst setzte sich der eingewechselte Aaron Seydel über die linke Seite gegen Herbert Paul durch und gab nach innen, Alexander Mühling traf mit einem Flachschuss zum 1:1 (74.). Dann verpasste Mühling nach einem Fauxpas von Böhnlein und anschließendem Solo das 1:2 noch, er traf das Außennetz (83.). Aber schließlich drehte er das Spiel doch noch, mit einem sehenswerten Schuss aus 20 Metern. Kiels Trainer Tim Walter, der in der vergangenen Saison noch mit dem FC Bayern München II in der Regionalliga Bayern gegen den TSV 1860 gewonnen hatte, fand daher lobende Worte: "Wir waren sehr geduldig, beharrlich und haben keine langen Bälle gespielt." Der Sieg sei daher "absolut verdient". Erneut mussten die Löwen einen späten Dämpfer hinnehmen, doch eine Chance bekamen sie noch - aber der eingewechselte Markus Ziereis brachte bei einem aussichtsreichen Konter keinen guten Querpass auf Karger zustande (87.). Stattdessen entschied Kingley Schindler eine Minute später das Spiel - und verhinderte das dritte Giesinger Sommerfest.

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